SP beschloss Mietvertrag für Kommunikationszentrum. VP kritisierte Zeitplan, fühlte sich von Information abgeschnitten und enthielt sich der Stimme. Offizielle Eröffnung findet am 25. August statt.

Von Günther Schwab. Erstellt am 20. August 2019 (04:09)
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Durch einen Neubau nach dem Abbruch des „Miletic-Hauses“ wurde eine neue „Mehrzwecklokalität“ geschaffen, die künftig der Reichersdorfer Ortsbevölkerung als Kommunikationszentrum zur Verfügung stehen soll. Das Bild zeigt die „angehenden“ Pächter Reinhard Huber und Andrea Grammer mit Bürgermeister Heinz Konrath.

Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde auch über den Mietvertrag betreffend das Kommunikationszentrum in Reichersdorf diskutiert und mit den Stimmen der SP bei Stimmenthaltung der VP beschlossen.

Im Gemeinderat wurde bereits mehrfach über die Vorgangsweise zur Projektumsetzung und die Nutzung des neuen Kommunikationszentrums in Reichersdorf diskutiert, wobei es unterschiedliche Standpunkte gegeben hat.

In den vergangenen Wochen sind die Außenanlagen und der Innenhof des nunmehrigen „Dorfcafés“ in den Endzustand versetzt worden. Auch an der Kücheneinrichtung arbeitete man intensiv.

Mit dem Gastwirten Reinhard Huber (Betreiber des Landgasthofes Huber in Wagram) fand sich auch bereits ein Pächter für die neue Lokalität.

Parallel zu den Fertigstellungsarbeiten wurde auch ein Mietvertrag ausgearbeitet, der nun im Gemeinderat zur Beschlussfassung auf der Tagesordnung stand. „Wir sind froh, dass sich ein erfahrener Gastronom um dieses teure öffentlich finanzierte Projekt annimmt und dadurch hoffentlich eine erfolgreiche gastronomische Nutzung des eigentlich geplanten Vereinshauses besteht“, erklärte geschäftsführender Gemeinderat Walter Pernikl (VP).

Die Vorgangsweise bei der Vertragserstellung beziehungsweise der Informationsfluss sei einmal mehr mangelhaft gewesen: „Wir erhielten erst wenige Stunden vor der Gemeinderatssitzung den fertigen Vertrag und hatten kaum Zeit, ihn durchzulesen beziehungsweise durchzudiskutieren. Auch wurde er in keinem Ausschuss behandelt“, kritisierte Pernikl.

Aus Sicht der VP war es einmal mehr ein Alleingang der SP. „Es wäre unverantwortlich, einem Vertrag zuzustimmen, wo nach kurzer Durchsicht viele Fragen offenbleiben. Die Gemeindebevölkerung hat sich schon aufgrund der Öffnungszeiten an uns gewandt, da ein Besuch für Berufstätige aus derzeitiger Sicht fast unmöglich wird“, ergänzte geschäftsführende Gemeinderat und VP-Obmann Franz Brunthaler.

„Vertrag war Thema im Gemeindevorstand“

Anders die Sichtweise von Bürgermeister Heinz Konrath (SP): „Der Vertrag wurde bereits im Gemeindevorstand im Vorfeld der Gemeinderatssitzung präsentiert, die wesentlichen Inhalte sind vorgebracht worden. Bis auf drei Änderungen, die nachverhandelt wurden, ist der Erstentwurf unverändert geblieben. Hätte die VP diesen Entwurf entsprechend durchgelesen und diskutiert, so wäre ein entsprechender Informationsstand bei der Sitzung seitens der Opposition vorhanden gewesen“, betonte Heinz Konrath in seiner Replik.

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VP-Pernikl: „Wir hatten kaum Zeit, den Vertrag durchzulesen.“

Die drei Abänderungen hätten auch im Gemeinderat noch vor der Beschlussfassung diskutiert werden können. Konrath: „Die mögliche Nutzung des Kommunikationszentrums durch Vereine beziehungsweise als Wahllokal wurde in dem Vertrag schriftlich festgehalten.“

Die VP hielt dennoch an ihrer Kritik fest und kritisierte den Zeitplan der Vertragserstellung, wodurch inhaltliche Diskussionen fast unmöglich waren.

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VP-Brunthaler: „Es wäre unverantwortlich, diesem Vertrag zuzustimmen.“

„Einige Inhalte und fehlende Regelungen innerhalb des Vertrages hätten eine intensive gemeinsame Beratung im dafür vorgesehenen Ausschuss gebraucht. Diese gemeinsame Vorgehensweise wurde, wie schon bei früheren Großprojekten, ganz einfach ignoriert. Unsere Stimmenthaltung hat somit nichts mit dem Pächter zu tun, sondern ist ein erneuter notwendiger Schritt gegen die Alleingänge der SP von Bürgermeister Konrath.“, so VP-Fraktionssprecher geschäftsführender Gemeinderat Reinhard Loth abschließend.

Bereits am Montag ist der Probebetrieb des neuen Lokals aufgenommen worden.

Die offizielle Eröffnungsfeier findet am Sonntag, 25. August, ab 10.30 Uhr mit einem Frühschoppen und einer Segnung des „Dorfcafés“ in Reichersdorf statt.