Obritzberg-Rust

Erstellt am 23. November 2016, 05:04

von Alex Erber

Lichtwellenleiter-Projekt: Wendl verhängte Baustopp. Kosten wachsen ins Unermessliche. VP: „Finanzielle Lage der Gemeinde bleibt in nächsten Jahren angespannt.“

VP-Wendl: „Kostensteigerung war nicht absehbar.“  |  NOEN

Der zweite Nachtragsvoranschlag und das Lichtwellenleiter-Projekt haben die jüngste Sitzung des Gemeinderates geprägt.

Marchat („Wir“): „Finanzielle Lage ist Katastrophe.“  |  NOEN, NÖN

Die angespannte finanzielle Lage der Gemeinde ist noch bedrohlicher geworden, weil das Lichtwellenleiter-Projekt Kosten verursacht hat, mit denen man im Vorfeld nicht gerechnet hat. „Die finanzielle Lage der Gemeinde bleibt auch in den nächsten Jahren sehr angespannt“, heißt es dazu auf der Homepage der VP.

Gemeinderat Franz Marchat von der Bürgerliste „Wir“ formuliert es so: „Man kann sagen, dass die finanzielle Lage der Gemeinde eine absolute Katastrophe ist, noch dazu, wenn man weiß, dass Rechnungen von Kanal und Lichtwellenleiter-Projekt in Millionenhöhe offen sind und in das nächste Jahr mitgenommen werden.“

Kein Wunder also, dass der zweite Nachtragsvoranschlag ausschließlich mit den Stimmen der VP-Mehrheit beschlossen worden ist. Der Schuldenstand ist nochmals um über 1,3 Millionen Euro angewachsen.

Lichtwellenleiter-Projekt eigentlich eine Erfolgsgeschichte

Das Lichtwellenleiter-Projekt ist ja an sich eine Erfolgsgeschichte, um die Obritzberg-Rust von vielen Kommunen beneidet wird. Der aktuelle Anschlussgrad liegt bei 31 Prozent, in diesen Tagen wird bereits der 170. Anschluss hergestellt. Der Umfang der Ausbauarbeiten wurde nun für jene Teile abgeschlossen, wo eine Mitverlegung mit Wasser-, Kanal-, 20-KV- oder Straßenbeleuchtungsleitung möglich beziehungsweise erforderlich war.

Baustopp wurde angeordnet

Die Baufirma hat jetzt Rechnungen angekündigt, die weit über den Finanzplanungen liegen werden. VP-Bürgermeister Gerhard Wendl ordnete sofort einen Baustopp an. Die massive Baukostensteigerung hat eine Reihe von Gründen (mehr Fasern für jedes Haus, höherer technischer Standard, Ausbau zu jedem Haushalt und zu jeder - auch leeren Bauparzelle). Ortschef Wendl: „Diese Faktoren hat zuvor niemand wissen können.“

Die Bürgerliste „Wir“ geht in Sachen Lichtwellenleiter-Projekt gar nicht hart mit der VP ins Gericht, spricht sich eindeutig für die Fortsetzung des Projektes aus: „Schnelles Internet ist Grundvoraussetzung für den Zuzug von neuen Gemeindebürgern und Firmen.“

Dass die Gemeinde eine Pro-Kopf-Verschuldung von rund 6.800 Euro aufweise, habe Gründe in der Vergangenheit: „Strategische Entscheidungen im Kanalbau waren grundsätzlich falsch, die zentrale Lösung und der Beitritt zum Abwasserverband waren Grundstein für die Verschuldung“, so Marchat.