Ostergedicht kostet Gemeinde viel Geld. Durch Veröffentlichung ist Urheberrecht verletzt worden. Anwaltskanzlei fordert 1.671,71 Euro, Obritzberg-Rust muss zahlen.

Von Alex Erber. Erstellt am 28. September 2017 (10:13)
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Symbolbild

Als vor ein paar Wochen Post am Gemeindeamt eintrudelte, herrschte zunächst Ungewissheit: Ist dieser Brief ernst gemeint oder doch nur ein Scherz?

Mittlerweile steht fest: Das Schreiben einer deutsch-indischen Anwaltskanzlei mit Sitz in Berlin ist kein Spaß. Von der Gemeinde wird Geld gefordert, exakt 1.671,71 Euro.

Ostergedicht verletzte Urheberrecht

Es geht um ein Ostergedicht, das im Vorjahr in der Gemeindezeitung zur Einstimmung auf die damals bevorstehende Osterzeit veröffentlicht worden ist. Haken an der Sache: Das Gedicht hat man sich nicht am Gemeindeamt ausgedacht, sondern dem Internet entnommen. Gut gemeint, im Endeffekt aber teuer: Das Urheberrecht ist verletzt worden. Und es gibt mittlerweile einen ganzen Haufen von Anwaltskanzleien, die sich darauf spezialisiert haben, solche Urheberrechtsverletzungen in den Weiten des weltweiten Netzes auszuforschen.

Gemeinde muss in den sauren Apfel beißen

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates war schnell klar, dass man in den sauren Apfel beißen muss. Als Sofortzahlung sind 250 Euro überwiesen worden, die Anwältin der Gemeinde konnte den Preis etwas drücken, sodass nun noch 937 Euro zu bezahlen sind, insgesamt also 1.187 Euro. „Wir“-Gemeinderat Franz Marchat regte vor der Überweisung eine Prüfung durch den Rechtsschutz der Gemeinde an, doch beim Urheberrecht sind die Einspruchsmöglichkeiten derart beschränkt, dass hier selbst der Rechtsschutz mit dem meisten Kampfgeist nichts ausrichten kann.