Region Herzogenburg: Ratschen mit einigen Hürden. In der Region Herzogenburg ziehen die Ratscher unter Einhaltung der Corona-Maßnahmen durch die Straßen.

Von Peter Nussbaumer, Hans Kopitz und Günther Schwab. Erstellt am 24. März 2021 (04:08)
Auch die Herzogenburger Mädchengruppe rund um Paulina Keiblinger (Vierte von links) ging einige Male in der Stiftsstadt Herzogenburg ratschen.
NOEN, Günther Schwab

Das Brauchtum der Ratscher hat bereits eine lange Tradition. In der Region Herzogenburg versucht man trotz der Corona-Pandemie, diese Tradition – natürlich Corona-konform – aufrechtzuerhalten.

Alle Kinder, die 2020 und 2021 die Sternsingeraktion unterstützt haben, wurden eingeladen, beim Ratschen in Herzogenburg mitzumachen. Aufgrund der Corona-Situation sind die Anmeldungen im Moment noch zaghaft – ähnlich wie bei den Anmeldungen zum Sternsingen. „Wir hoffen natürlich trotzdem, möglichst viele Gebiete und deren Bewohner wie auch im Jahr 2019 – wo 14 Gruppen mit insgesamt 73 Kindern unterwegs waren – traditionell durch die Karwoche begleiten zu können und die Menschen an die Gebetszeit und an das Leiden Jesu zu erinnern“, so Roswitha Zederbauer, die wie schon in den letzten Jahren mit Gerti Ziselsberger und Alexandra König die Organisation übernommen hat.

Gabriel, Lucia und Maresa Riedl, Marlene und Lisi Gerstenmayer sowie Constantin und Claus Pölzl waren letztes Jahr in Stollhofen ratschen.
Günther Schwab, Günther Schwab

Um Corona-konform Ratschen gehen zu können, werden heuer kleinere Gruppen – und vor allem Kinder aus derselben Familie oder Schulklasse – gemeinsam unterwegs sein. Beim Überbringen des Ostersegens, der – im Gegensatz zum Sternsingen, wo fast immer für Notleidende Menschen gesammelt wird – mit der Bitte um eine Gabe für die Überbringer verbunden ist, sind die Kinder aufgefordert die Häuser nicht zu betreten oder eine Maske aufzusetzen und den Mindestabstand einzuhalten. So wie alle Jahre, werden auch heuer wieder langjährige erfahrene Ratscher die jüngeren auf ihren Wegen durch die Karwoche begleiten.

Schon im Vorjahr hat es für die Ratscher in Stollhofen einige Änderungen gegeben. Somit ist die aktuelle Situation keine wirklich neue.

„Ein großer Vorteil ist, dass bei uns die Ratscherkinder fast zur Gänze aus drei Familien kommen und dadurch ist es leichter die einzelnen Gruppen zusammenzustellen und auch die aktuellen Covid- Bestimmungen einzuhalten“, erzählt Lisi Gerstenmayer. Dies fällt heuer aber natürlich weg und ist auch die einzige gravierende Änderung im Vergleich zu den Vorjahren.

„Freuen uns schon auf das Ratschen“

„Auch wenn es mehrere Einschränkungen gibt, freuen wir uns schon sehr auf das Ratschengehen. Wir sind eine tolle Gemeinschaft und hoffen, dass es im nächsten Jahr wieder möglich sein wird auch wieder die Nächte gemeinsam verbringen zu können. Die sind immer lustig und unterhaltsam gewesen“, blickt Lucia Riedl, Ministrantin aus Stollhofen, hoffnungsvoll in die Zukunft.

Der Brauch des Ratschens zu den Gebetszeiten während der Kartage wird auch heuer weitergeführt. Sonja Buchinger aus Weißenkirchen und Rosa Schmetterer aus Murstetten erklären: „So die die Dreikönigsaktion der Jungschar zum Beginn des Jahres ist auch laut Aussendung der Diözese das Ratschen möglich.“

Marcel Vermeulen, Denise Rameder und Dominik Jander (von links) sind einige Male gemeinsam Ratschen gegangen.
Archiv/ Hans Kopitz

Selbstverständlich wird auf das Einhalten der COVID-19 Regeln wie das Einhalten des 2-m-Abstandes und des Tragens der FFP2 Masken geachtet. Das gemeinsame Essen und das gemeinsame Übernachten beim Ratschermeister müssen aber auch heuer entfallen. Auch das Abholen des Ratscherlohnes wird so wie bei der Sternsingeraktion vor der Haustür stattfinden. In Weißenkirchen werden neun Ratscher in drei Gruppen unterwegs sein, Laureen Buchinger ist die Ratschermeisterin.

In Murstetten leitet Michael Hierner die Ratscher und in Perschling wird Hannah Dürauer die zwei Gruppen zu je vier Ratscher durch die Kartage bringen. Auch in Langmannersdorf werden Kinder das Ratschen durchführen, aber in Haselbach fehlt auch heuer wieder der Nachwuchs. Claudia Kobam: „Bei uns wird wieder die ältere Generation um die 30 das Ratschen übernehmen. Wir müssen momentan die Zeit überbrücken, bis die Kleinen dann soweit sind. wegen des Coronavirus wird wieder ein Plan erstellt, wann wer geht. Eine Person geht durch das Dorf und ratscht, sodass dieser schöne Brauch erhalten bleibt.“

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