Streit wegen Erbe. Perschlingtal: 53-Jähriger wollte von seinem Neffen wissen, warum er Anwalt kontaktierte. Der Konflikt eskalierte und endete vor Gericht.

Von Melanie Baumgartner. Erstellt am 19. Juni 2021 (03:08)
Zwei Personen stehen vor Gericht
Symbolbild
APA (Symbolbild)

Weil er versucht haben soll, seinen Neffen am Körper schwer zu verletzen und ihm gedroht haben soll, sitzt jetzt ein 53-Jähriger am Landesgericht St. Pölten. Grund für die Auseinandersetzung dürfte das Erbe der verstorbenen Mutter des Angeklagten gewesen sein.

„Ich wollte von meinem Neffen wissen, warum er beim Rechtsanwalt wegen des Erbes angefragt hat“, erklärt der 53-Jährige. Danach sei es zu Beschimpfungen und einem Handgemenge gekommen. Wie dieses begonnen hat, weiß der Mann nicht mehr. „Es ist alles so schnell gegangen.“

Die geladenen Zeugen, darunter auch der Neffe des Angeklagten, schildern, dass der 53-Jährige sehr aufbrausend war und auf seinen Verwandten nach kurzer Konversation losgegangen sei.

Gespräch dauerte wenige Sekunden

„Das Gespräch hat geschätzte 20 Sekunden gedauert, dann ist er auf mich zugestürmt und hat geschlagen und getreten“, erklärt das Opfer. Auch vor der Polizei sprach der Neffe von Schlägen und Tritten. Diese Aussage hielt Richter Steininger dem Angeklagten vor. Dieser dementierte allerdings. „Das stimmt nicht.“ Auch die Freundin des Neffen sowie der Vater des jungen Mannes schilderten den Vorfall ähnlich. Nach den Aussagen der Zeugen wiederholte der 53-Jährige abermals, dass die Zeugen lügen.

Der 53-Jährige wird schließlich zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zehn Monaten und einer Probezeit von drei Jahren verurteilt. Außerdem muss der Mann 500 Euro an seinen Neffen zahlen. Für Richter Steininger waren die Aussagen der Zeugen äußerst glaubwürdig. Mildernd wertete er den ordentlichen Lebenswandel des Mannes sowie die Tatsache, dass es beim Versuch blieb. Erschwerend unter anderem das Zusammentreffen eines Vergehens und eines Verbrechens. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.