Pielach flutete ganze Orte. Hunderte Haushalte entlang der Pielach standen unter Wasser. Besonders betroffen waren die Gemeinden Hofstetten-Grünau, Kirchberg, Loich und Frankenfels.

Erstellt am 19. Mai 2014 (14:04)
Großräumige Überflutungen, wie hier beim Jahrhundert-Hochwasser im Mai 2014, sollen zukünftig verhindert werden.
NOEN, Plutsch

Fassungslos betrachten viele Menschen im Pielachtal ihre Häuser. In Folge anhaltender Regenfälle hat die Pielach binnen weniger Stunden in vielen Orten des Tals starke Verwüstungen angerichtet.

„Große Verzweiflung machte sich breit"

Am glimpflichsten davon gekommen ist Ober-Grafendorf. Dort war in der Pielach-Promenade großes Zittern angesagt. „Dieser Bereich ist bei Hochwasser immer ein neuralgischer Punkt“, weiß Ober-Grafendorfs Bürgermeister Rainer Handlfinger. Während die Pegel in den Freitagnachtstunden zurückgingen, kämpften die Einsatzkräfte vor Ort mit zahlreichen vom Grundwasser überflutete Keller.

Einen Kampf gegen die Wassermassen führten die Florianis in Weinburg, besonders im Ortsteil Waasen. Nach dem die Hofstettner Katastralgemeinde Kammerhof überflutet wurde, führten die Anrainer einen dramatischen Kampf gegen das Wasser. „Trotz des großartigen Einsatzes machte sich rasch große Verzweiflung breit“, erzählt Ortschef Peter Kalteis.

Enormer Sachschaden im Gewerbegebiet

In Hofstetten-Grünau waren vor allem die Brunnhof-Siedlung und der Ortsteil Mainburg und das Gewerbegebiet betroffen. Alleine im Holzgeschäft Käfer entstand ein Sachschaden von 500.000 Euro. In der Siedlung erwischte der braune Schlamm mehr als 80 Häuser. „So etwas habe ich noch nie erlebt“, blickte der Hofstettner Andreas Grasmann fassungslos in die normalerweise friedliche Pielach.

Die Nachbargemeinde Rabenstein führte vor allem am Freitagvormittag einen lebensgefährlichen Kampf gegen die Fluten. Bei einer Baustelle drohten zwei Container wegzuschwimmen, doch im letzten Moment konnte die Feuerwehr Schlimmeres verhindern.

Aufregung gab es in Kirchberg, denn der Hochwasserschutz ist dort schon fertig geplant, aber durch einen Einspruch verhindert worden. Mittlerweile hat sich eine Facebook-Gruppe formiert, die sich für den Bau starkmachen will. Bürgermeister Anton Gonaus sicherte seine Unterstützung zu.

Loich von der Außenwelt abgeschnitten

Von der Außenwelt abgeschnitten war die Loich. Die Feuerwehr unter dem Kommando von Hermann Gruber musste alleine gegen Wassermassen und Hangrutschungen ankämpfen. Ein Haus konnte aufgrund der Instabilität des Hanges am Sonntag noch nicht bezogen werden.

In Frankenfels sorgte ein Baustellengerüst für einen dramatischen Einsatz. Die von den Wassermassen mitgerissenen Teile verkeilten sich und leiteten so den Nattersbach, der einen neuen Pegel-Rekordstand erreichte, auf die B39 um. Dort entwickelte sich ein reißender Strom, der den Ortsteil Boding bedrohte. Ein von der Feuerwehr unter extremen Bedingungen errichteter Schotterwall konnte Schlimmeres verhindern. Zudem fiel für Stunden die Trinkwasserversorgung aus, das Mineralwasser war bei den Nahversorgern rasch ausverkauft. Auch der Sportplatz stand unter Wasser, Schulen und Kindergarten wurden gesperrt.