Planer gewannen Preis für Moschee. „Austrian Green Planet Building Award“ Energiekonzept von Kapellns „leitwerk“ für Gebäude in Kasachstans Hauptstadt sorgte für Furore.

Von Alex Erber. Erstellt am 26. Mai 2018 (04:41)
leitwerk
Preisverleihung: Patrick Sagmeister (Abteilungsleiter-Stellvertreter Außenwirtschaft), Ulrike Rabmer-Koller (Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Österreich), Dawid Michulec (Neubau best energy – Neue Bauphysik und Energiedesign GmbH; Projektverantwortung Moschee), Peter Holzer, Peter Holzer,Valeriy Sitenko (Botschaft der Republik Kasachstan), Christof Müller (Weissenseer GmbH), Matthias Nadrag, René Schmied, Bernhard Gsandtner (von links).

Der Preis der Außenwirtschaft Austria ist für das Energiekonzept und die Ausstattung einer neuen Moschee in der kasachischen Hauptstat Astana vergeben worden. In dem weltweit einzigartigen Projekt hatte das „leitwerk“-Planungsbüro für Energie- und Gebäudetechnik aus Kapelln gemeinsam mit dem Büro Jung das Energiekonzept beziehungsweise die Gebäudetechnik für eine energieautarke Versorgung der neu errichteten Yryskeldi-Qaji-Ata- Mehiti-Moschee unter extremen Umweltgegebenheiten projektiert.

Nun wurde das Ingenieurbüro im Zuge einer großen Gala mit politischer Prominenz vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus, Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie und der Außenwirtschaft Austria mit dem „Austrian Green Planet Building Award“ ausgezeichnet.

Bei den Festreden betonten Bundesministerin Elisabeth Köstinger und Wirtschaftskammer-Vizepräsidentin Ulrike Rabner-Koller die herausragende Vorreiterrolle österreichischer Know-How-Träger in aller Welt für eine nachhaltige Klimastrategie.

Heizwärmebedarf deutlich reduziert

Das Gebäude in Kasachstan ist die erste Moschee weltweit mit einer positiven Strombilanz und einem gleichzeitig extrem niedrigen Wärmebedarf. Umfangreiche Photovoltaikanlagen rund um das gesamte Gebäude sorgen für deutlich mehr Ertrag, als im Gebäude elektrische Energie benötigt wird. Auch der Heizwärmebedarf konnte dank österreichischer Kompetenz auf 35 Prozent des in Kasachstan sonst üblichen Werts reduziert werden.

Die thermische-energetische Gebäudeoptimierung mit Passivhaus-Komponenten wurde erst nach dem eigentlichen Planungsbeginn durch österreichische Unternehmen gestartet. Dennoch konnten zahlreiche Aspekte zur Steigerung der Energieeffizienz im Betrieb umgesetzt werden: Gezielte Wärmebrückenoptimierung, erhöhte Dämmstandards, die Planung und Umsetzung einer effizienten Lüftungsstrategie mit Wärmerückgewinnung konnten ebenso berücksichtigt werden wie eine umfassende Photovoltaik-Anlage (Gehwege, Carports) im Außenbereich der Moschee.

„leitwerk“-Chef René Schmied „Zu Beginn der Planung war eine entsprechende Motivation aufgrund des nicht alltäglichen Projektumfanges gegeben. Mit der Zeit wurde eine spezielle und fachgerechte Planung zu Papier gebracht. Als wir nach dem Abschluss des Projektes über die Auszeichnung benachrichtigt wurden, war die Verkündung im Büro natürlich eine sehr erfreuliche Nachricht. Dafür möchte ich nochmals allen Beteiligten herzlich danken!“