Herzogenburger Feuerteufel sind gefasst. Vier Jugendliche, 13 und 14 Jahre alt, sollen für die Sachbeschädigungen und die Brandstiftung an den WC-Anlagen am Friedhof und bei der Feuerwehr verantwortlich sein.

Von Melanie Baumgartner. Erstellt am 16. Februar 2021 (15:21)
FPÖ-Stadtrat Martin Hinteregger fand am städtischen Friedhof die völlig verwüstete Toilette vor und schlug Alarm.
Hans Kopitz

In der Zeit von 26. Dezember bis 3. Jänner setzten vorerst unbekannte Täter mehrere WC-Anlagen in Herzogenburg in Brand (die NÖN berichtete exklusiv). Jetzt konnten die Täter gefasst werden.

Am Morgen des 3. Jänner erlebte FPÖ-Stadtrat Martin Hinteregger am städtischen Friedhof eine böse Überraschung. Als er die Tür zum WC öffnen wollte, prallte er zurück, denn unbekannte Täter hatten den Toilettenpapierspender angezündet und den ganzen Raum kräftig verschmutzt. Fast zeitgleich stellte Reinigungspersonal fest, dass es auch im Bereich der öffentlichen WC-Anlagen im Keller des Feuerwehrhauses in der Kirchengasse zu einem Kleinbrand mit geringem Sachschaden gekommen war. Wiederum waren Toilettenpapierspender angezündet worden.

Örtliche Fahndung brachte erste Hinweise

Wie die Ermittlungen jetzt ergaben, handelt es sich bei den Tätern um einen 13-jährigen sowie drei 14-jährige Jugendliche aus dem Traisental.

Erste Hinweise gab es nach dem Zünden eines Böllers am 3. Jänner, bei der sie die Haltestelle Wielandsthal beschädigt haben. Daraufhin leiteten die Beamten eine örtliche Fahndung ein. „Im Zuge der Fahndung haben wir einen der Jugendlichen angetroffen, der sich zu der Bölleraktion auch geständig zeigte. Bei der weiteren Befragung bekamen wir auch Indizien zu den Sachbeschädigungen“, erklärt Heinz Holub in seiner Funktion als Pressesprecher der Landespolizeidirektion NÖ.

Zudem führten Spuren, die die Jugendlichen hinterlassen hatten, die Beamten zu den mutmaßlichen Tätern.

Insgesamt soll das Quartett drei öffentliche Toiletten in Herzogenburg, darunter die WC-Anlagen am Friedhof sowie jene im Keller des Feuerwehrhauses in der Kirchengasse, durch Anzünden der Papierhandtuchspender zum Teil schwer beschädigt haben. Die Jugendlichen haben damit zwei Sachbeschädigungen und eine schwere Sachbeschädigung in Verbindung mit Brandstiftung begangen. Zudem beschädigten sie einen Postkasten im Ortsgebiet von Herzogenburg.

Die vier Traisentaler zeigten sich bei ihrer polizeilichen Einvernahme geständig. Das Motiv für die Taten ist unklar. „Die Hintergründe werden erst bei der Gerichtsverhandlung geklärt“, informiert Holub. Der verursachte Schaden beläuft sich auf rund 26.000 Euro.

Neben den strafrechtlichen Tatbeständen konnten die Beamten ebenfalls 59 Verwaltungsübertretungen nach dem Covid-19-Maßnahmengesetz, dem NÖ Jugendgesetz sowie dem Pyrotechnikgesetz feststellen. Die vier Jugendlichen werden bei der Staatsanwaltschaft St. Pölten sowie bei der Bezirkshauptmannschaft St. Pölten angezeigt.