Freudentag für das Stift Herzogenburg. Quirinus Greiwe freut sich am Samstag, 10. September, über viele Mitfeiernde: „Es soll ein Fest der Stadt werden.“ Der gebürtige Deutsche hat eine bewegte Vergangenheit.

Von Wolfgang Zarl. Erstellt am 05. September 2016 (12:32)
NOEN, Wolfgang Zarl
Der „Hausherr“ von Stift Herzogenburg, Propst Maximilian Fürnsinn, und Quirinus Greiwe machen schon den Messgewand-Check.

Am Samstag, 10. September, weiht Diözesanbischof Klaus Küng um 17 Uhr Quirinus Greiwe im Stift zum Priester. Der gebürtige Rheinländer, Jahrgang 1968, hat eine spannende Lebensgeschichte hinter sich: Vor seinem Eintritt in die Ordensgemeinschaft der Augustiner-Chorherren war er Journalist bei einer großen deutschen Tageszeitung sowie Kommunalpolitiker und Büroleiter eines Bundestagsabgeordneten.

NÖN: Sie werden zum Priester geweiht, gab es eine Berufungsgeschichte?

Quirinus Greiwe: Eine besondere Berufungsgeschichte habe ich nicht hinter mir, es hat sich einfach entwickelt. Wobei es schon ein wichtiges Datum gab: Einmal, in einer Karfreitagsliturgie, kam für mich ganz drängend die Frage auf: Was hat Gott mit mir vor? Es war klar: Ich solle ein Diener sein – etwa als Religionslehrer oder als Priester. Beeindruckt war ich vom Glauben meiner Großmutter. Sie hat eine ehrliche und fröhliche Frömmigkeit versprüht. Das ist mir ebenfalls von großer Bedeutung: nämlich einer feiernden und fröhlichen Kirche anzugehören. Wichtig ist beim Priestertum die sakramentale Funktion, als solche ist sie eine dienende, weil das Priesteramt zur Gottesbegegnung führen soll. Und auch ich möchte möglichst viele Seelen zu Gott führen.

Wie reagierte Ihr Umfeld auf die Entscheidung vor zehn Jahren zum geistlichen Leben?

Greiwe: Mein Umfeld reagierte positiv, niemand war wirklich überrascht. Ich komme aus Neuss, der noch sehr volkskirchlich geprägt ist. Mein Vater ist bereits 1996 gestorben, meine Mutter unterstützte mich immer, aber leicht fiel ihr mein Entschluss nicht.

Wie darf man sich das Leben in der Stifts-Gemeinschaft eigentlich vorstellen?

Greiwe: Wir haben mit Propst Maximilian Fürnsinn eine sehr führungsstarke Persönlichkeit, aber er lässt auch uns Mitbrüder mitentscheiden. Wir sind derzeit 16 Chorherren, ich bin sehr froh, in einer Priester-Gemeinschaft zu leben, denn Gemeinschaft ist ein wichtiges Gut und schützt vor Einsamkeit, auch wenn es kein Familienersatz ist. Natürlich muss man sich auch entsprechend einbringen und geben können.

Wer schon bei einer Priesterweihe dabei war, weiß, dass das sehr beeindruckend ist. Wer ist eingeladen?

Greiwe: Ich würde mich am 10. September über viele Mitfeiernde freuen, es soll ein „Fest der Stadt, nicht nur des Stifts“ werden. Auch neugierige Nicht-Christen sind herzlich willkommen, anschließend gibt es eine Agape. Eines ist mir ganz wichtig: Man kann mit mir über alles sprechen, und das überall: ob beim Heurigen, in der Bäckerei oder auf der Straße. Vor meinem Eintritt in die Ordensgemeinschaft war ich ja Journalist und Büroleiter eines Bundestagsabgeordneten, redselig bin ich also. Ich freue mich auch auf Gruppen aus meiner früheren Praktikumspfarre Krems-St. Paul sowie aus meiner Geburtsstadt im Rheinland.

In den Wochen nach der Priesterweihe spendet er an drei Orten den Primizsegen. Er wird ab 11. September als Kaplan in der Stiftspfarre wirken.

Primizfeierlichkeiten:

Sonntag, 11. September, um 9 Uhr, beim Wetterkreuzfest in Hollenburg;

Sonntag, 18. September, um 9.30 Uhr, Pfarre Krems-St. Paul;

Sonntag, 25. September, um 9:30 Uhr, Primizfeier im Stift Herzogenburg.

Interview: Wolfgang Zarl