Protest gegen den Advent. AUFREGUNG / Türke stürmte Volksschule und wollte wissen, warum sein Kind über die Bedeutung einer Tradition aufgeklärt wird. Windl: „Vorgabe im Lehrplan umgesetzt.“

Erstellt am 06. Dezember 2011 (07:46)
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Volksschuldirektor Reinhard Windl: »Habe erklärt, worum es geht.« H. KOPITZ
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VON ALEX ERBER

HERZOGENBURG / „Weit haben wir es gebracht“, zieht FP-Stadtrat Wolfgang Schatzl Bilanz über einen Vorfall in der Volksschule, der ihm von einer Herzogenburgerin zugespielt wurde. Zur Verwunderung von Direktor Reinhard Windl: „Das Ganze spielte sich in kleinem Rahmen ab, mir ist es unerklärlich, wie das an die Öffentlichkeit gelangen kann.“

Vor wenigen Tagen wurde im Deutsch-Unterricht das Thema „Advent“ abgehandelt. Sehr zum Missfallen eines Schüler-Vaters mit muslimischem Glauben. Der Türke suchte das Schulgebäude auf, stellte die Pädagogin mit geharnischten Worten zur Rede: „Warum müssen auch islamische Kinder solchen Stoff lernen?“ Die Frau ließ sich nicht einschüchtern und verwies den Mann an die Direktion.

„Ja, er war bei mir und hat eine Anfrage gestellt“, bestätigt Direktor Reinhard Windl. Er hat dem besorgten Mann exakt erklärt, worum es geht: „Es wurde nur das umgesetzt, was im Lehrplan steht, also gesetzlich vorgegeben ist. Die Bedeutung von traditionellen Festen und Feiern soll erklärt werden. Genau das ist geschehen. Und nicht nur das: Wir erklären die Feste und Feiern nicht nur, sondern wir beschäftigen uns in mehreren Unterrichtsgegenständen damit. Abgesehen von den Religionsstunden ist das für alle Kinder wichtig, im Sinne von Integration auch für Kinder anderer Religionen. Darüber gab und gibt es keine Anfragen oder Diskussionen.“

Windl ergänzend: „Wir sind eine österreichische Schule, das ist eine klare Ansage von mir. Bei uns werden 260 Kinder unterrichtet, rund ein Drittel hat Eltern mit Migrationshintergrund. Das Miteinander funktioniert sehr gut.“