Herzogenburger Unternehmer stottert nun 33.000 Euro ab. 41-Jähriger leistete monatelang keinen Unterhalt für seine Kinder: zwei Monate bedingt. Hat er auch gefährlich gedroht? Nein.

Von Alex Erber. Erstellt am 22. Oktober 2019 (15:13)
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Prozess am Landesgericht St. Pölten

In einem türkischen Lokal sind Ende Juni ein Türke (41) und ein Rumäne (45) in Streit geraten. Es ging vermutlich ums Geld, aber so genau lässt sich der Hintergrund des Konflikts im Prozess am Landesgericht St. Pölten nicht klären.

Ist auch nicht wichtig: Dass der 45-Jährige einmal zugeschlagen hat, steht außer Frage.

Vor Gericht geht es darum, ob der andere Streithahn ebenfalls zuschlug und allenfalls mit einem zerbrochenen Glas in der Hand gefährlich gedroht hat.

An eine Attacke kann sich der einzige Zeuge, der Schwiegersohn des 45-Jährigen, nicht erinnern. Zwar habe der Türke, ein Unternehmer, ein Whiskyglas zerschlagen, den Rest des Glases aber lediglich in der Hand gehalten, ohne bedrohlich gewirkt oder gar eine Drohung geäußert zu haben.

Von diesem Anklagevorwurf wird der Mann daher freigesprochen.

Zwei Monate bedingte Strafe kassiert er dennoch, weil er sich eines anderen Vergehens schuldig gemacht hat. Für seine beiden Kinder blieb er monatelang den Unterhalt schuldig, konkret mehr als 33.000 Euro. Mit dem St. Pöltner Magistrat hat der 41-Jährige nun eine Ratenzahlung vereinbart, 500 Euro monatlich möchte er berappen, die erste Rate ist auch schon bei der Behörde eingetrudelt. Dieses Faktum und den bisherigen untadelige Lebenswandel hat die Richterin in ihrem Urteil mildernd berücksichtigt.

Der Angeklagte erbat sich Bedenkzeit: nicht rechtskräftig.