Wer hat am Telefon mit Tod gedroht?. Unübersichtlicher Streit in Großfamilie ist am Landesgericht ausgeartet.

Von Sofie Kalteis und Chiara Holzer. Erstellt am 15. Juli 2019 (20:10)
Symbolbild
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Eine Gerichtsverhandlung über ein mysteriöses Telefonat in einer Großfamilie ist am Landesgericht ausgeartet. Bereits Wochen zuvor waren die Gemüter der Beteiligten bei einem Prozess hochgekocht. Danach soll der Angeklagte eine Verwandte angerufen und sie, ihre Mutter und Schwester beschimpft und gedroht haben: „Ich bringe euch alle um!“

Die Adressaten hatten in einem Lokal das Mobiltelefon auf Lautsprecher geschaltet. Daher gibt es drei Zeugen, die aussagen. Während der chaotischen Verhandlung auf kurdisch und arabisch mitsamt Dolmetscher und falsch verstandenen Aussagen stand es schließlich 3:1.

Das Bizarre: Der Angeklagte (32) gesteht zwar den Anruf, bestreitet jedoch die Morddrohung. Trotzdem plädieren wenige Minuten später alle drei Zeugen, dass nicht der Angeklagte, sondern ein Bekannter vom Handy des Verdächtigen angerufen habe. Genau dieser Bekannte wurde aus der Untersuchungshaft entlassen, nachdem festgestellt worden war, dass der Anruf vom Handy des nun auf der Anklagebank Sitzenden getätigt wurde. Nach einer hitzigen Verhandlung spricht der Richter diesen in allen Punkten frei und stellt das Verfahren „aufgrund unzureichender Beweislage“ ein.