Statzendorf: Plantage in der Wohnung. Ein Statzendorfer stand plötzlich ohne Dealer da. Also baute er selbst Suchtgift an. Für den geständigen Angeklagten setzt es eine siebenmonatige Haftstrafe auf Bewährung.

Von Stefanie Marek. Erstellt am 16. Mai 2021 (02:44)
Nur zum Eigengebrauch will ein Statzendorfer Cannabispflanzen angebaut haben. Beim Prozess am Landesgericht St. Pölten kassierte der Mann nun eine bedingte Freiheitsstrafe.
www.shutterstock.com/content_creator, www.shutterstock.com/content_creator

Weil sein Suchtgifthändler aufhörte – angeblich, weil ihm die Gattin „Stress machte“ – beschloss ein Statzendorfer, selbst Cannabis für den Eigenkonsum anzubauen. Mit dubiosen Dealer-Gestalten in Wien wollte er nämlich nichts am Hut haben, sagt der 28-Jährige vor Gericht. „Ich habe Cannabis konsumiert, weil es mir nicht gut ging“, erklärt er. Deshalb betrieb er ab Oktober einige Monate lang eine Indoor-Anlage mit 32-Cannabispflanzen in seiner Wohnung. Bis ihm die Polizei im Jänner einen Besuch abstattete. Neben den Pflanzen nahmen die Beamten acht Gläser Cannabis sowie eine Dose mit. Der Richter bezweifelt, dass der Angeklagte die acht Gläser von jemand anderem gekauft hat. Wegen des nahezu identen Inhalts geht er davon aus, dass der Mann diesen selbst geerntet hat. Insgesamt rund 170 Gramm. Außerdem belegen Handynachrichten des Mannes, dass er kleine Mengen weiterverkaufen wollte. Dazu soll es aber nicht gekommen sein.

Der Mann ist unbescholten und geständig. Er erhält eine Bewährungsstrafe von sieben Monaten mit einer dreijährigen Probezeit sowie eine Weisung zur Suchtberatung.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig.