Strafe für unerlaubtes Beheben von Barem. 48-Jährige behob mit Bankomatkarte ihres Freundes Geld, ohne vorher zu fragen, und sitzt nun wegen Einbruchs vor Gericht.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 04. April 2018 (04:02)
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Symbolbild

Ohne zu fragen, griff eine 48-Jährige aus Traismauer zur Bankomatkarte ihres Freundes und behob von dessen Konto 130 Euro. Nun sitzt sie auf der Anklagebank und muss sich wegen Einbruchsdiebstahls verantworten.

„Mit widerrechtlich erlangtem Schlüssel hat die Angeklagte eine Sperrvorrichtung geöffnet. Der Schlüssel ist die Bankomatkarte. Wenn man mit diesem eine Sperrvorrichtung, das war ein Bankomat, öffnet, begeht man einen Einbruchsdiebstahl. Dem Gewahrsamsträger, der Sparkasse, wurde dann das Geld weggenommen“, erklärt Staatsanwalt Leopold Bien im Prozess am Landesgericht St. Pölten.

„Ich hatte das Geld nicht. Ich bin Pensionistin, hab’ nur 900 Euro im Monat.“Angeklagte

Ein Versuch, das Verfahren gegen die 48-Jährige diversionell zu erledigen, scheiterte. 50 Euro Pauschalkosten bezahlte sie nicht. „Damit wäre alles vom Tisch gewesen“, sagt Richterin Andrea Humer zur Römerstädterin. Die erzählt von Ebbe im Börsl: „Ich hatte das Geld nicht. Ich bin Pensionistin, hab’ nur 900 Euro im Monat.“

Anzeige gegen unbekannt hatte der Freund der 48-Jährigen wegen der Behebung von dessen Konto erstattet. Fotos einer Überwachungskamera brachten dann ans Tageslicht, dass die Angeklagte es gewesen war. „Es ist alles dumm gelaufen. Ich hab’ vergessen, es ihm zu sagen, weil wir Streit hatten. Und dann war es aus zwischen uns“, bedauert sie nun zutiefst.

„Formell ist das Delikt des Einbruchsdiebstahls erfüllt“, sagt die Richterin und verhängt zwei Monate bedingt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.