Traismaurer Schnapsdieb fasst Haftstrafe aus. Vorbestrafter Mann wird zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten verurteilt. Der 28-Jährige soll in der Spar- und Billa-Filiale versucht haben, Alkohol zu stehlen.

Von Birgit Kindler. Erstellt am 14. Januar 2020 (05:53)
Symbolbild
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Teilnahmslos wirkt ein 28-jähriger Mann bei seinem Prozess am Landesgericht St. Pölten. Begleitet von zwei Justizwachebeamten lümmelt er sich in den Stuhl vor den Richter. Angeklagt ist der vorbestrafte Mann wegen gefährlicher Drohung, Körperverletzung, Diebstahl und Sachbeschädigung.

In der Billa-Filiale in Traismauer soll sich der Mann zwei Käsleberkäsesemmeln, auch Schnaps und Stroh Rum aus den Regalen genommen haben. Bei der Kasse bezahlen wollte er allerdings nur eine Flasche Eistee. „Wir haben ihn dann gebeten seine Taschen zu entleeren und dann kamen auch die anderen Sachen zum Vorschein“, berichtet ein Billa-Mitarbeiter, der als Zeuge befragt wird.

Über zwei Promille Alkohol im Blut

Am selben Tag wollte der Mann in der Spar-Filiale Schnaps mitgehen lassen. Als ein Mitarbeiter das bemerkte, hatte ihn dieser ersucht die Flasche herauszugeben und das Geschäft zu verlassen. „Das hat er dann auch gemacht, nachdem er mir beide Mittelfinger gezeigt hat“, erzählt der Mitarbeiter. Draußen habe der 28-Jährige allerdings zu randalieren begonnen.

Gegen einen Zaun soll er getreten haben. „Ich bin rausgegangen und dann hat er mich mit einer Stroh-Rum-Flasche bedroht“, berichtet der Zeuge, der daraufhin eingeschüchtert war.

Die Polizei hat den Mann dann mitgenommen. Über zwei Promille Alkohol im Blut wurden festgestellt. „Das ist schon eine relativ starke Alkoholisierung. Wie beeinträchtigt waren Sie dadurch?“, will der Richter wissen. „Ich kann mich an alles erinnern“, meint der Angeklagte. Hunger und Durst gibt der damals Obdachlose als Motiv für seine Taten an.

Was den Richter auch noch interessiert: „Warum haben Sie sich eigentlich in Traismauer aufgehalten?“. „Ich finde die Gegend schön“, erklärt der Ungar. Bevor der Richter sein Urteil fällt will er vom Angeklagten noch wissen, was er sich für die Zukunft wünscht. „Nichts“, lautet die lapidare Antwort. „Warum ist Ihnen alles egal? So renitent und patzig, wie Sie sich verhalten, wird Sie das nicht weiterbringen. Sie sollten sich auch wegen Ihrer Alkoholkrankheit behandeln lassen“, rät der Richter.

Er verhängt eine Freiheitsstrafe von sieben Monaten, die Vorhaft ab 18. November wird angerechnet. Die Probezeit wird auf fünf Jahre verlängert. Der Verteidiger rät dem Angeklagten, das Urteil anzunehmen.