Region Herzogenburg: Engpässe bei den E-Bikes. Der Trend aus dem Vorjahr ist ungebrochen. Händler weisen darauf hin, dass im Lockdown nur Reparaturen möglich sind.

Von Thomas Heumesser, Hans Kopitz und Günther Schwab. Erstellt am 07. April 2021 (04:00)
Karlheinz Glötzl von Pohl-Bikes in Fugging: „Der Bewegungsdrang wuchs, ein neues Bewusstsein ist entstanden.“
Thomas Heumesser, Thomas Heumesser

Über Arbeitsmangel kann sich Helmut Gelter, Inhaber des Radservicecenters in Herzogenburg, nicht beklagen. Dort werden Fahrräder aller Marken und Baujahre sowie Scooter und Roller nicht nur repariert, sondern auch verkauft. Vom Raum St. Pölten bis zum Raum Krems kommen seine Kunden, da die Reparaturen in der Regel innerhalb von 24 Stunden erledigt werden. Zurzeit geht das Geschäft sehr gut: Er ist ausverkauft.

„Ich bin mit dem Geschäft zufrieden, 80 Prozent der von den Kunden gekauften Fahrräder sind E-Bikes. Vor allem die Marken von Bosch und Brose werden verlangt – und die Kunden sind grundverschieden: Von Jung bis alt, von sportlich bis zum Anfänger ist alles dabei. Auf die Frage, was ist jetzt am Rad zu machen, wenn man es aus dem Winterschlaf holt, kann ich nur sagen, zuerst einmal Luft einpumpen. Wenn die Kunden ihre Räder zur Reparatur bringen, ist meistens nur die halbe Luft drinnen. Dabei sollte man sie eigentlich jeden Monat mindestens einmal kontrollieren“, erklärt Gelter.

Er vertreibt auch Radzubehör und Einzelteile sowie Gebraucht-Fahrräder in sehr guten Zustand. E-Bikes werden auch verliehen: von einer Stunde bis zu einer ganzen Woche.

Günter Hölzl ist Fahrrad-Bereichsleiter der Firma Weichberger in Nussdorf. Auch er stellt fest, dass der Fahrradboom auch heuer anhält. Hölzl: „Es ist nach wie vor ein großes Interesse an neuen Fahrrädern feststellbar. Vor allem die E- Bikes stehen im Mittelpunkt des Kaufinteresses. In etwa 80 Prozent der verkauften Fahrräder sind E-Bikes. Bei manchen Modellen muss eine längere Wartezeit aufgrund von Lieferengpässen in Kauf genommen werden. Ein regelmäßiges zumindest jährliches Service bei den E-Bikes ist durchaus empfehlenswert. Eine Kontrolle des Reifendrucks sollte zumindest alle sechs bis acht Wochen vorgenommen werden.“

„Ich denke, dass bei vielen Menschen der Drang zur Bewegung gewachsen ist"

Der Radfahrboom ist auch bei den Filialen von Pohl-Bikes in Fugging und Neulengbach ungebrochen.

Karlheinz Glötzl zu den Hintergründen: „Ich denke, dass bei vielen Menschen der Drang zur Bewegung gewachsen ist, insgesamt kann man sagen, dass ein neues Bewusstsein entstanden ist.“

Der Trend geht auch bei ihm zu E-Bikes, auch Trekking-Räder und Mountbikes stehen hoch im Kurs.

Leider sei der Handel hinuntergefahren worden: „Lediglich Reparaturen an Fahrrädern können durchgeführt werden. Längere Wartezeiten sind einzuplanen, da sich die Ersatzteilbeschaffung aufgrund von Corona schwieriger gestaltet.“

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