Alexander Simader zum "Manager des Jahres" gekürt. Alexander Simader ist beim Bundestreffen der 91 österreichischen Klima- und Energiemodellregionen vor den Vorhang gebeten worden. Auch die Ministerin gratulierte.

Von Alex Erber. Erstellt am 11. Oktober 2018 (02:34)
Auszeichnungen: Programmanager Christoph Wolfsegger, Landtagsabgeordneter Anton Kasser, Bettina Bergauer (Bundesministerium für Nachhaltigkeit), Alexander Simader (KEM-Manager des Jahres); Christian Hummelbrunner (KEM-Projekt des Jahres, Region Traunstein), Klimafonds-Geschäftsführer Ingmar Höbarth (von links).
Markus Haslinger/www.extremfotos.com

Waidhofen/Ybbs war Schauplatz des Bundestreffens der 91 österreichischen Klima- und Energiemodellregionen. Dabei fand auch die Verleihung der Auszeichnungen „KEM-Manager des Jahres“ und „KEM-Projekt des Jahres“ statt. Der Award wird vom österreichischen Klima- und Energiefonds vergeben. Österreich ist mit seinen Klima- und Energiemodellregionen Vorreiter in Europa und Vorbild für andere Staaten. Nach 2015 ging der Award „KEM-Manager des Jahres“ das zweite Mal nach NÖ und dabei an die Region Unteres Traisental-Fladnitztal. KEM-Manager Alexander Simader wurde von den 91 Regionen in Österreich mit diesem Titel ausgezeichnet.

Simader ist ein Manager der ersten Stunde: Bereits seit 2010 arbeitet er in der NÖ Klima- und Energiemodellregion KEM Unteres Traisental-Fladnitztal dafür, dass in der Region nachhaltige, klimaschonende Energie- und Mobilitätsprojekte umgesetzt werden.

Effizienzsteigerung bei der Kleinwasserkraft

Seine Karriere startete der gebürtige Welser als Sanierer in der Kommunalwirtschaft, doch schon bald begann er für die Energiewende zu brennen. Alexander Simader entwickelte Ideen und Projekte, die weit über seine Klima- und Energie-Modellregion hinaus reichen. Mit seinem Unternehmen „Energy Changes“ war er rund um den Globus tätig, nun treibt er mit ganzer Kraft die Energiewende vor seiner Haustür voran.

Die Wasserkraft liegt dem studierten Kultur- und Wassertechniker dabei besonders am Herzen. Ganz naheliegend ist es daher, dass er die Wasserkraft der Traisen für seine regionale Energiewende nutzt: Drei Fischaufstiege sind in den vergangenen Jahren errichtet worden. Trotzdem erzeugen die 52 Kleinkraftwerke an den Werkskanälen der unteren Traisen nun acht Prozent mehr Strom als noch vor wenigen Jahren. Möglich machte das die Wasserkraftoffensive der KEM Unteres Traisental. „Wir konnten in den vergangenen Jahren die Effizienz von 15 Kleinwasserkraftwerken steigern“, freut sich der 49-Jährige.

Programm für E-Car-Sharing

Simader ist auch im Vorstand des Vereins „fahrvergnügen.at“, der es sich zum Ziel gesetzt hat, in Gemeinden den Bürgern zumindest ein Elektroauto für die gemeinsame Nutzung zur Verfügung zu stellen. „fahrvergnügen“ kümmert sich um die Fahrzeuge, um deren Finanzierung und Wartung und stellt sie lokalen E-Car-Sharing-Betreibern zur Verfügung. Diese achten als sogenannte Lade-Checker darauf, dass immer genug Ökostrom im Tank ist, schulen die Nutzer ein und sorgen durch Mundpropaganda für das Wachstum ihrer lokalen Projekte.

Für diese meist ehrenamtlichen Lade-Checker oder Standortadministratoren entwickelte Simader gemeinsam mit 13 anderen Klima- und Energie-Modellregionen ein Qualifizierungsprogramm, das gemeinsam mit dem Klima- und Energiefonds in die Praxis umgesetzt wird.

Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger: „Unsere Klima- und Energie-Modellregionen sind eine Erfolgsgeschichte, die auch international hohe Anerkennung findet. Sie nutzen regionale Energieressourcen und setzen Energieeffizienzmaßnahmen um und generieren so Wertschöpfung in Österreich. Ich gratuliere Alexander Simader herzlich zu dieser Auszeichnung.“

„Ich habe so eine Ehrung noch nie erhalten, sie ist die Anerkennung meiner langjährigen Tätigkeit“, freut sich Simader im NÖN-Gespräch.