Aus für Soziale Medien in der Schule. Der Landesschulrat empfiehlt Kommunikationssoftware wie WhatsApp und Co. durch Schulsoftware zu ersetzen.

Von Hans Kopitz und Günther Schwab. Erstellt am 27. November 2018 (03:47)
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Soziale Medien wie WhatsApp und Facebook werden an vielen Schulen genutzt um zwischen Eltern, Lehrern und Schülern zu kommunizieren – das soll nun ein Ende haben.

In einem Schreiben wies Bildungsdirektor Johann Heuras daraufhin, dass diese „kein geeignetes Instrument zur Kommunikation sind“. Im Erlass „Digitale Grundbildung und Einsatz von Social Media Software“ empfiehlt er auf Schulsoftware umzusteigen.

Direktor Andreas Tischer (Herzogenburg) ist sozialen Medien kritisch eingestellt.
Kopitz

Die Direktoren der Region vertreten unterschiedliche Ansichten gegenüber dem Erlass. „Der Landesschulrat hat eine eigene Software bestellt, weil die bisherigen Kommunikationsmittel nicht der Datenschutz-Grundverordnung entsprechen. Ich befürworte die Entscheidung des Landesschulrates“, sagt der Direktor der Mittelschule Traismauer, Gerhard Beitl.

Wölblings Direktorin Petra Schrott sieht neues Tool skeptisch.
SMS Wölbing

Für Andreas Tischer, Direktor der Neuen Mittelschule Herzogenburg, hat das Thema kaum Relevanz. Tischer betont: „Facebook-Seiten werden von den Schulen abgelehnt und WhatsApp ist ohnehin erst ab 16 Jahren erlaubt, also betrifft es unsere Schüler nicht.“ Instagram habe ebenfalls an der Neuen Mittelschule Herzogenburg keine Bewandtnis. Ein Hauptgrund wäre, dass das Ganze im Unterricht störend und an keiner Schule gewünscht sei.

„Übers Mitteilungsheft wird kommuniziert“

Wenig schlechte Erfahrungen mit sozialen Medien hat auch die Direktorin der Sportmittelschule Wölbling, Petra Schrott gemacht: „Bei uns gab es keine Vorfälle, die zeigen würden, dass solche Kommunikationssoftware problematisch ist.“ In Wölbling wird telefonisch oder per Mitteilungsheft kommuniziert.

Traismauers Direktor Gerhard Beitl befürwortet den Erlass des Landeschulrates.
Schwab

Zum NÖ-weiten Kommunikationstool für Eltern und Lehrer zeigte sich Petra Schrott skeptisch: „Die Frage ist, inwiefern dieses Tool von den Eltern dann angenommen wird. Es gibt viele Eltern, die nicht technikaffin sind und es bleibt abzuwarten, ob sie das Angebot dann benützen werden.“

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