Ausbau der Kindergärten: Finanzierung als großes Problem

Erstellt am 04. Oktober 2022 | 20:04
Lesezeit: 3 Min
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Mit der Kinderbetreuungsreform soll auch das Kindergartenalter auf zwei Jahre gesenkt werden. Damit bräuchten die Gemeinden allerdings mehr Räumlichkeiten und Personal.
Foto: Unsplash/Krakenimages
Bald sollen Zweijährige in Niederösterreichs Kindergärten betreut werden. Gemeinden in der Region Herzogenburg kämpfen mit der Vorbereitung.
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Die Senkung des Kindergarten-Alters auf 2 Jahre, flächendeckende Nachmittagsbetreuung und ein kostenloses Vormittagsbetreuungsangebot schon für 0- bis 2-Jährige: Das sind die wesentlichen Punkte der Kinderbetreuungsreform, die im November beschlossen und bis 2027 in Niederösterreich umgesetzt werden soll.

Auf die Gemeinden kommt dadurch eine Menge Arbeit zu: Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) rechnet damit, dass für die Erweiterung des Angebots niederösterreichweit 850 neue Gruppen in Kindergärten und Krippen benötigt werden.

An den Kapazitätsgrenzen angelangt

Gruppen, für die es aktuell in vielen Gemeinden jedoch keinen Platz gibt. „Die Schließung der ‚Karenzlücke‘ und die Initiative, auch Kindergartenplätze für Kinder ab dem zweiten Lebensjahr anzubieten, stellt die Gemeinden vor eine große Herausforderung“, weiß Bürgermeister Herbert Pfeffer.

Konkret bedeutet das für Traismauer, dass im September 2024 zumindest zwei neue Kindergarten-Gruppen in Betrieb gehen werden. Die Finanzierung des neuen Kindergartens muss aber erst auf die Beine gestellt werden. Hier wird es auch die nötige Unterstützung durch das Land Niederösterreich brauchen, um den Ausbau der Kleinkindergruppen zu ermöglichen.

Ähnlich sieht es in Nussdorf aus. Auch hier wird die Reform einen Kindergartenausbau mit sich bringen. Momentan ist der Zuzug vor allem in Reichersdorf sehr stark, was dazu führt, dass der Nussdorfer Kindergarten an seine Kapazitätsgrenzen gelangt.

„Besser wäre es , den Beruf als Mutter und Hausfrau entsprechend anzuerkennen.“ Reinhard Breitner Bürgermeister Perschling

Zum Ziel, ab 2024 alle Kinder ab zwei Jahren in den Kindergarten zu bringen sagt Perschlings Bürgermeister Reinhard Breitner: „An sich ist das eine gute Sache, damit Mütter Beruf und Familie unter einen Hut bringen können. Besser wäre es vielleicht, den Beruf als Mutter und Hausfrau entsprechend anzuerkennen und mit passender Bezahlung und sozialer Stellung finanziell abzusichern.“

Die Gemeinde Weißenkirchen mit etwas über 1.500 Hauptwohnsitzern hat derzeit vier Kindergartengruppen mit insgesamt knapp 80 Kindern, eine weitere Kleinkindergartengruppe müsste als fünfte Gruppe zusätzlich geführt werden. Dazu wären aber auch die Zusammenarbeit mit den Marktgemeinden Würmla und Kapelln, wie das auf Ebene der Musikschule oder des gemeinsamen Betriebsgebietes schon funktioniert, anzudenken.

Auch die Landeshauptstadt bereitet sich auf die Kindergartenreform vor. Eine Kleinstkinderbetreuung hat die Stadt St. Pölten bereits bei der Konzeptionierung vor einem Jahr für den Kindergarten im ehemaligen Rot-Kreuz-Haus angekündigt. Mit der bevorstehenden Änderung des NÖ Kindergartengesetzes im September 2024 werden die 26 Landeskindergärten mit 1.800 Kindergartenplätzen erst evaluiert. Die Stadt will danach an mehreren Standorten neue Kindergartengruppen baulich umsetzen.

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