Breitband-Ausbau: Schneller in Zukunft surfen. Glasfaser-Projekte sollen forciert werden: Obritzberg-Rust befindet sich dabei in einer absoluten Vorreiterrolle.

Von Nadja Straubinger, Alex Erber, Lukas Kalteis und Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 19. August 2020 (04:01)
Symbolbild 
bluebay/Shutterstock.com

Schnell eine Präsentation schicken, Pläne und Fotos hochladen während die Kinder im Nebenzimmer mit der Lehrerin per Video lernen und zusätzlich zur Zerstreuung eine Netflix-Serie im Wohnzimmer läuft. In der Landeshauptstadt war das während des Lockdowns schon in vielen Teilen nötig und auch möglich, ohne dass die Leitung vor der Datenflut kapituliert. Rundherum ist die Versorgung mit schnellem Internet derzeit noch ausbaufähig.

Während in St. Pölten über die EVN-Tochter Kabelplus und die großen Mobilfunkanbieter in vielen Teilen 100 bis 1.000 Mbit/s Bandbreite Standard sind (siehe etwa breitbandatlas.info) und wegen des hohen Eigeninteresses der Provider für den Ausbau wenig Förderung nötig ist, wie Stadtsprecher Thomas Kainz erklärt, fließt einiges an Fördergeld von Bund und Land, damit auch die Region mit einer schnellen Anbindung ans Internet erschlossen wird.

„Glasfaser-Internet gehört künftig genauso wie Strom- und Wasserversorgung zu den Grundbedürfnissen der Gemeindebürger.“ Günter Schaubach, Bürgermeister von Pyhra

Glasfaserkabel für ungebremste Internet-Nutzung legt in vielen Orten die NÖGIG (NÖ Glasfaserinfrastrukturgesellschaft). Mit fast drei Millionen Euro wurde das etwa in Böheimkirchen gefördert. „Wir haben in letzter Zeit einige Breitband-Projekte umgesetzt“, berichtet Bürgermeister Johann Hell. Hier ist, neben A1 Telekom, Kabelplus ebenfalls bereits als Anbieter vor Ort. In 16 Gemeinden des Bezirks schnelles Internet an. „Für uns ist in den nächsten Jahren die Verdichtung das Ziel, Ausbauten sind auf jeden Fall denkbar“, erklärt Pressesprecher Stefan Zach.

Pyhras Bürgermeister Günter Schaubach setzt in seiner Gemeinde auf den Breitbandausbau. Die Gemeindebürger können sich bis Ende September an das Netz der NÖGIG anschließen lassen.Marktgemeinde Pyhra
Marktgemeinde Pyhra

Eine Vorreiter-Gemeinde im ganzen Bezirk ist Obritzberg-Rust. Das sogenannte Lichtwellenleiter-Projekt beschäftigt die Politik schon seit einigen Jahren, zumal es mit hohen Kosten verbunden ist. Deshalb gibt es auch großzügige Förderungen: „2017 flossen 399.920 Euro und 2018 99.980 Euro. Für den dritten Bauabschnitt waren 136.000 Euro reserviert, die jedoch noch nicht ausbezahlt wurden, da es seitens der Gemeinde noch Projektänderungen gab“, informiert Bürgermeisterin Daniela Engelhart. Politisch umstritten war das Projekt übrigens aufgrund der Kosten. An der prinzipiellen Notwendigkeit des Breitband-Ausbaus bestanden keinerlei Zweifel.

Mit Glasfaseranschlüssen der NÖGIG soll auch Pyhra als eine der ersten Gemeinden im Zentralraum versorgt werden. Mehr als 1,8 Millionen Euro an Fördergeld fließen hier. Voraussetzung ist, dass sich 40 Prozent der Haushalte für einen Anschluss entscheiden. NÖGIG und Gemeinde wollten bei Infoveranstaltungen die Werbetrommel für das schnellere Internet rühren. Corona machte den Bemühungen allerdings einen Strich durch die Rechnung. „Es ist einfacher, die Leute bei solchen Veranstaltungen von der Notwendigkeit des Breitbandausbaus zu überzeugen“, meint Bürgermeister Günter Schaubach. Die NÖGIG bietet den Gemeindebürgern Anschlüsse bis Ende September. Im Aktionszeitraum kostet der Anschluss einmalig 300 Euro sowie 24 Monate die Grundgebühr. Ab 1. Oktober 2020 beträgt die Anschlussgebühr 600 Euro. Die erste Ausbaustufe soll nicht nur die Haushalte und Betriebe im Zentrum von Pyhra erschließen, sondern auch Heuberg, Auern, Wald, Perschenegg, Wieden, Schauching, Schnabling und Getzersdorf erreichen.

Der Breitbandausbau ist auch ein großes Thema in der Kleinregion GeMa PriMa mit Gerersdorf, Markersdorf-Haindorf, Prinzersdorf und St. Margarethen, für die der gleichnamige Verein gerade ein Leitbild erarbeitet. So werden auch in St. Margarethen schon Leerverrohrungen bei Straßenbauarbeiten mit durchgeführt, berichtet Bürgermeisterin Brigitte Thallauer.

Schaubach ist jedenfalls überzeugt, dass ein Glasfaserzugang wichtig für die Zukunft ist. „Glasfaser-Internet gehört zukünftig wie die Strom- und Wasserversorgung zu den Grundbedürfnissen der Bürger.“

Umfrage beendet

  • Seid ihr mit eurer Internetanbindung zufrieden?