Corona betrifft auch Stift Herzogenburg. Propst Petrus Stockinger wurde positiv getestet. Firmung, Erstkommunion, Führungen sind abgesagt.

Von Hans Kopitz, Alex Erber und Renate Hinterndorfer. Erstellt am 21. Oktober 2020 (04:23)
Herzogenburg
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Positiv getestet wurde Propst Petrus Stockinger (38).
Hans Kopitz

Nachdem im Umfeld des Stiftes mehrere Corona-Fälle bekannt geworden waren und ein Mitbruder als Kontaktperson der Kategorie 1 eingestuft worden war, unterzog sich Propst Petrus Stockinger beim Auftreten erster Krankheitssymptome, die zunächst noch auf eine Verkühlung hindeuteten, einem Coronatest.

Die Ergebnisse des Schnelltests und auch des amtlichen Tests einige Tage später waren positiv, und daher stehen seit dem vergangenen Wochenende sämtliche Mitbrüder bis auf Weiteres unter Quarantäne.

Dies hat natürlich auch unmittelbare Auswirkungen im Stift beziehungsweise in den Pfarren – so wurden die Firmungen, die Sonntag in der Stiftskirche und auch in der Pfarrkirche Hollenburg hätten stattfinden sollen, abgesagt.

Auch sämtliche Führungen im Stift sind vorläufig gestrichen worden.

In St. Andrä gar kein Gottesdienst

In den Pfarren Statzendorf, Hain, Inzersdorf, Nussdorf und natürlich auch Herzogenburg gab es am Sonntag Wortgottesdienstfeiern, in der Pfarre St. Andrä gab es gar keinen Gottesdienst.

Auch die Feier der Erstkommunion für die Volksschulkinder der 3a am kommenden Sonntag fällt aus, ebenso wie die Heimatprimiz von Stephanus Rützler, die am kommenden Samstag in Loosdorf gewesen wäre.

Wie es mit der Stiftsprimiz am Montag, 26. Oktober, aussieht, stand zu Redaktionsschluss noch in den Sternen.

Auch der „Klub am Montag“ und die anderen anstehenden Aktivitäten wurden bis auf Weiteres ausgesetzt. Die Mitglieder der Feuerwehr und des Kameradschaftsbundes haben bereits jetzt ihre Teilnahme an der Friedhofsprozession zu Allerheiligen abgesagt; sollte sie überhaupt stattfinden.

„Bis jetzt zeigt kein weiterer Mitbruder des Stiftes Krankheitssymptome – und auch bei Propst Petrus zeigt sich bisher kein schwerer Verlauf, aber wir haben alle die behördliche Aufforderung bekommen, uns testen zu lassen. Wir halten die Bevölkerung über die Homepage www.stift-herzogenburg.at/corona auf dem Laufenden und bitten sie um ihr Gebet“, so Chorherr Stephanus Rützler.

„Herzogenburg ist kein Hot-Spot“

Josef Kronister: „Wir sind österreichweit auf hohem Niveau.“
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Seit Montag der Vorwoche zeigt die Coronaampel im Bezirk nicht mehr gelb, sondern orange. Für Bezirkshauptmann Josef Kronister war die „Umschaltung“ keine Überraschung: „Ich habe damit gerechnet, aus dem einfachen Grund, weil die Landeshauptstadt St. Pölten bereits orange war. Und wenn in der Stadt Coronafälle auftauchen, zum Beispiel in Schulen, dann hat das unweigerlich Auswirkungen auf den Bezirk.“

142 Personen waren am Dienstag positiv auf Covid-19 getestet, es gibt aktuell 359 Absonderungsbescheide der Bezirkshauptmannschaft.

Die Quarantäne betrifft zum Teil auch Personen in anderen Bezirken. In Herzogenburg waren am Montag 26 Personen positiv: „Dennoch kann man von einem Hot-Spot keine Rede sein“, betont der Bezirkshauptmann. Er hält jedoch fest: „Man muss sehr vorsichtig sein, dass die Zahlen nicht weiter steigen. Wir sind österreichweit auf einem hohen Niveau.“

Josef Kronister war am Freitag per Videokonferenz in zwei Gruppen mit den Bürgermeistern des gesamten Bezirks in Kontakt. Der Bezirkshauptmann empfiehlt den Ortschefs, auf die Bevölkerung einzuwirken, dass bei Veranstaltungen alle Regeln eingehalten werden. Man könne nur an die Menschen appellieren, Masken zu tragen, Abstand zu halten und auf Hygiene zu achten. Größere Veranstaltungen sollte man meiden, so die Empfehlung von Josef Kronister.