Gastronomie im Lockdown: "Es ist ein Wahnsinn!“. Nach der Gastronomie kam auch das K.o. für Handel. Trixi Huss: „Bin sicher, dass viele Geschäfte endgültig schließen.“

Von Hans Kopitz, Günther Schwab, Peter Nussbaumer und Lisa Zederbauer. Erstellt am 18. November 2020 (04:01)
Schauplatz Herzogenburg: Während am Montag in der St. Pöltner Straße noch reger Betrieb herrschte, haben seit Dienstag die Geschäfte zu – vom Juwelier Hasenzagl, Fußpflegestudio Sandra über Palmers, Gwand & Schuh bis zu Elektro-Janda und Farben-Figl.
Hans Kopitz

Der zweite Lockdown hat sich abgezeichnet und kam für viele Handelsbetriebe nicht überraschend. Das Entsetzen ist dennoch groß: „Fragt mich nicht, es ist einfach ein Wahnsinn. Gerade jetzt, wo der Advent vor der Tür steht und die Leute schon für Weihnachten einkaufen, ist das eine Katastrophe“, stellt Fotofachhändler Michael Hiesleitner aus Herzogenburg fest.

„Vor Weihnachten macht sich natürlich jeder Hoffnung auf ein Geschäft. Auf der einen Seite verstehe ich ja den Lockdown, weil sich viele Menschen eben nicht an die Vorschriften halten, aber wir Geschäftsleute müssen halt dann die Krot fressen, wie man so schön sagt. Aber es bleibt uns ja nicht anderes übrig als zuzusperren“, meint Eva Schweitzer von Gwand & Schuh in der St. Pöltner Straße in Herzogenburg.

Trixi Huss betreibt den „Kids Corner“, ein Second-Hand-Bekleidungsgeschäft, in Walpersdorf: „„Es ist eine extrem schwierige Zeit für uns alle, aber ganz besonders fühle ich mich als Einzelhändlerin betroffen. Uns bleiben jetzt die Kunden aus. Und ich bin mir sicher, dass noch viel mehr Geschäfte endgültig schließen werden. Im ersten Lockdown gab es zwar Unterstützung, aber die hat gerade so zur Deckung der nötigsten Kosten gereicht. Meiner Meinung nach hätte dieser Lockdown verhindert werden können, wenn die Regierung früher Maßnahmen gesetzt und sich die Bevölkerung mehr daran gehalten hätte.“

Friseure zu, Optiker offen

Zusperren müssen auch die Friseure: „Meine Teilzeit-Mitarbeiterin lasse ich die nächsten Tage angemeldet, sodass wir nach der Öffnung gleich wieder losarbeiten können“, blickt Friseurmeisterin Ingrid Kerschner aus Langmannersdorf schon voraus. Das Kundenverhalten habe sich ohnehin verändert: „Man ist vorsichtig und das wird auch nach der vermutlichen Öffnung ab 7. Dezember so bleiben.“

Rudolf Pokorny von Filialleiter von Optik Schmied in Traismauer: „Aufgrund der stetig steigenden Infektionszahlen und der Auslastung der Spitäler hat sich der harte Lockdown abgezeichnet. Im Gegensatz zum ersten Lockdown dürfen wir diesmal unser Geschäft offen halten. Es lässt sich noch nicht abschätzen, wie der Geschäftsgang sein wird und ob wir eventuell die Öffnungszeiten während des Lockdowns etwas reduzieren werden.“

Und dann gibt es noch Betriebe, die offen haben, aber mit Einschränkungen. Dazu zählt der Nah-&-Frisch-Dorfladen Getzersdorf, der demnächst von Karin Popper gelenkt wird: „Ich muss echt sagen, dass ich diesem Lockdown mit Unsicherheit entgegenblicke. Die Übernahme wird schwierig. Das Café, das normalerweise beim Supermarkt dabei ist, muss ja auch geschlossen werden.“

Oder das Gasthaus Wurlitzer in Perschling: Die Fleischbank ist normal geöffnet, der 24-Stunden-Shop ebenfalls, aonsten ist nur mehr eine Abholung von Speisen möglich.