Johannes Schiesser: „Zahl der Jäger steigt stetig“. Grünröcke befinden sich in der Region Herzogenburg stark im Vormarsch: Johannes Schiesser über das große Interesse an der Ausbildung zum Waidmann.

Von Gila Wohlmann und Alex Erber. Erstellt am 13. Januar 2021 (03:52)
Bezirksjägermeister Johannes Schiesser: „Auch Frauenanteil steigt.“
Schwab

Es gibt aktuell keinen Waffen-Boom wie 2016, als Terroranschläge und Flüchtlingskrise das Geschehen prägten. Deutlich zugenommen haben die Waffen-Käufe aber im Jagdbereich. Die NÖN bat Bezirksjägermeister Johannes Schiesser aus Hilpersdorf bei Traismauer zum Gespräch.

NÖN: Steigt die Zahl der Jäger im Bezirk und in NÖ? Wie viele Personen gibt es im Bezirk und in NÖ, die die Jagdberechtigung haben?
Johannes Schiesser:
Die Anzahl der Jägerinnen und Jäger in NÖ steigt seit vielen Jahren kontinuierlich an. 2019 kamen insgesamt 1.049 Neumitglieder im NÖ Jagdverband hinzu, davon 759 in Niederösterreich und 181 in Wien.

Wie viele Private, wie viele Berufsjäger?
Insgesamt gibt es etwa 34.470 Jägerinnen und Jäger in NÖ und Wien (Stand Ende 2019), davon sind aktuell 55 aktive Berufsjäger. Im Bezirk St. Pölten sind es zwei aktive Berufsjäger. Berufsjäger ist ein Lehrberuf, für dessen Ausübung die Jagdkarte eine Voraussetzung ist. Die Ausbildung zum Berufsjäger erfolgt in einem Lehrbetrieb in Theorie und Praxis mit einer abschließenden kommissionellen Prüfung.

Auch zunehmend Frauen?
Aktuell liegt der Frauenanteil bei den Mitgliedern in NÖ bei zehn Prozent, bei den Absolventen der Jagdausbildung sind es jedoch bereits 20 Prozent. Das heißt, der Frauenanteil steigt im gesamten Bundesland.

Gibt es in jüngster Zeit überhaupt ein steigendes Interesse, den Waffenschein beziehungsweise die Jagdberechtigung zu erlangen? Wenn ja, worauf führen Sie das zurück?
Es gibt ein steigendes Interesse an der Jagd sowie an der Jägerausbildung. Das zeigt sich in NÖ vor allem an der zunehmenden Zahl an Absolventen des Jagdkurses und der Jagdprüfung. Als Gründe für die Teilnahme am Jagdkurs werden vorwiegend das Interesse am Handwerk Jagd, deren Ausübung sowie an der Natur angegeben. Denn in Zeiten der Digitalisierung, Technisierung und Schnelllebigkeit zieht es Menschen zur Erholung wieder stärker in die Natur. Gleichzeitig steigt auch das Interesse an den Vorgängen und Zusammenhängen in der Natur. Auch die Gewinnung von Wildbret wird vor dem Hintergrund der aktuellen Ernährungstrends mit Regionalität, Gesundheit und Tierwohl zunehmend als Grund für die Absolvierung von Jagdkurs und -prüfung angegeben.

Es gibt ein steigendes Interesse an der Jagd sowie an der Jägerausbildung

Welche Waffen liegen bei der Jägerschaft besonders im Trend?
Der Kauf von Jagdwaffen unterliegt keinen Trends, sondern den Anforderungen, die das Revier vorgibt. Beim Waffenkauf entscheidend sind also die Wildarten, die Geländeausprägung, der Wald- und Feldanteil sowie die Jagdart.

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