Kein Trend zur Urne. Bestatter Hubert Hiesleitner aus Herzogenburg über eine Änderung: „Die Leute kommen mehr ins Denken, vor allem über das Leben.“

Von Hans Kopitz. Erstellt am 28. Oktober 2020 (04:05)
Symbolbild
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Hubert Hiesleitner aus Herzogenburg ist Bestatter in der vierten Generation. Während der Betrieb in der Wiener Straße ganz früher noch die Bezeichnung „Möbel- und Sargtischlerei“ trug und dort auch die Funkstation und das Rettungstelefon untergebracht waren, ist Hubert Hiesleitner heute „nur mehr“ Bestatter und die Särge werden in einer Sargfabrik nach Wünschen des Kunden angekauft.

„Ein Bestatter ist vor allem Dienstleister, zu unserem Tätigkeitsfeld gehört die Versorgung des Toten, die Aufbahrung von Verstorbenen in Herzogenburg, die Organisation und Abstimmung der Trauerfeier und die Erledigung der behördlichen Formalitäten“, erklärt Hubert Hiesleinter. Im Zuge der Zeit und sich wandelnder Nachfrage habe sich der Aufgabenbereich noch erweitert, doch im Vordergrund stehen weiterhin die angemessene und würdevolle Versorgung des Verstorbenen, die Begleitung und Entlastung der Angehörigen durch einen gut organisierten Ablauf und die persönliche Gestaltung der Trauerfeier. Hiesleitner: „Wir können der Trauerfamilie aber auch weitere Besorgungen und Wege abnehmen, wie zum Beispiel zum Standesamt, wo der Todesfall beurkundet werden muss.“

Besondere Wünsche nur ein paar Mal pro Jahr

Neue Trends bei der Bestattung sieht er nicht unbedingt. „Natürlich ergeben sich durch Corona einige Änderungen, so durfte beim ersten Lockdown nur die Familie in der Halle Abschied nehmen, die anderen Gäste nahmen an der Feier durch Lautsprecherübertragung im Freien teil. Beileidsbezeugungen werden ins Kondolenzbuch eingetragen, Desinfektionsmittel und Maske sind ein Muss. Durch die Quarantäne im Stift hatten wir natürlich Angst, dass kein Priester für die Beerdigung zur Verfügung steht, aber das hat sich inzwischen erübrigt.“

Trends zu besonderen Bestattungsarten konnte oder kann Hiesleiner in den vergangenen Jahren nicht bestätigen, obwohl Urnenbestattungen vor einiger Zeit etwas mehr geworden seien: „Aber inzwischen hat sich das wieder eingependelt.“

Besondere Wünsche wie etwa Urnenbeisetzungen auf der Donau, im Ruhewald Hohenegg oder im „Grünen Himmel“ in Pyhra, wo die Asche des Verstorbenen in einer biologisch abbaubaren Urne beigesetzt wird, sind eher selten und werden vielleicht einige Male im Jahr geäußert. „Was sich vielleicht geändert hat: Die Leute kommen mehr ins Denken – vor allem über das Leben“, so Hubert Hiesleitner.

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