Klima- und Energiemodellregion: „Sind gemeinsam stark!“. In Inzersdorf haben sich Eltern aus erster Hand informiert, wie das Thema Klimaschutz in den Pflichtschulen behandelt wird. Sie zeigten sich begeistert.

Von Hans Kopitz. Erstellt am 19. März 2019 (03:44)
Hans Kopitz
Erster regionaler Elternabend: Der Paudorfer Gemeinderat Manfred Harbich, der Inzersdorf-Getzersdorfer Gemeinderat und Obmann des Elternvereins Martin Dohnal, Martina Matitz und Petra Kimmeswenger vom Elternverein, Bürgermeisterin Karin Gorenzel, Hermann und Thomas Neuburger sowie Direktor Gerhard Beitl (vorne), Bürgermeister Michael Küttner, Alexander Simader und Direktor Bernhard Moser (hinten, jeweils von links).

Vor wenigen Tagen fand in der Inzersdorfer Mehrzweckhalle der sehr gut besuchte erste regionale Elternabend der Pflichtschulen statt. Dazu eingeladen hatte die „Klima- und Energiemodellregion Unteres Traisental & Fladnitztal“.

Wölblings Bürgermeisterin Karin Gorenzel und Traismauers Schuldirektor Gerhard Beitl führten, unterstützt von den Schuldirektoren Petra Schrott und Bernhard Moser, durch die gelungenene Veranstaltung.

Die Direktoren nützen diesen Abend für die erste Bilanz zum Klimaschulenprojekt und präsentierten die ersten Ergebnisse ihrer Schulen.

„Die Kinder gehen ganz locker mit dem Thema Klimawandel und Klimaschutz um. Da können Erwachsene viel davon lernen.“ Ortschefin Karin Gorenzel

Wölblings Mittelschule ist ja schon eine ökolog-zertifizierte Schule und damit ein Vorbild in der Region, trotzdem haben sich die Lehrer und Schüler in diesem Schuljahr besonders ins Zeug gelegt, um in den meisten Unterrichtsgegenständen auch den Klimaschutz zu thematisieren.

Egal ob im Religionsunterricht, Musikerziehung oder auch in Deutsch, Klimaschutz ist zu einem wichtigen Teil der gesellschaftlichen Entwicklung geworden und das wird in dieser Schule intensiv gelebt.

Die Mittelschule in Traismauer hat sich vor allem aktives Handeln zum Ziel gesetzt. So werden im Kochunterricht nicht nur gesunde Jausen, sondern auch Salben und andere schon fast vergessene Hausmittel hergestellt.

Die Schüler haben davon Videos gedreht und dabei sichtlich Spaß am Projekt gehabt. Zudem werden hier auch Hochbeete und andere nützliche Gegenstände für alle am Klimaschulenprojekt teilnehmende Schulen gemacht.

„Uns ist wichtig, dass die Kinder eigene Erfahrungen machen und mit der Thematik auf spielerische Art und Weise in Berührung kommen

Die Volksschulen in St. Andrä und in Inzersdorf werden vom Direktor Bernhard Moser geleitet und er nennt seine Schüler kleine Genießer, denn hier werden die besten heimischen und frischen Produkte verkostet. Klimaschutzunterricht funktioniert hier vor allem altersangepasst. „Uns ist wichtig, dass die Kinder eigene Erfahrungen machen und mit der Thematik auf spielerische Art und Weise in Berührung kommen“, so Direktor Moser.

Der Verein zeigt sich von den bisherigen Ergebnissen in der Zusammenarbeit mit den Schulen begeistert und wird daher auch im kommenden Schuljahr die Initiative ausbauen und weitere Schulen integrieren.

„Die Kinder sind tolle Multiplikatoren und gehen ganz locker mit dem Thema Klimawandel und Klimaschutz um. Da können Erwachsene viel davon lernen“, ist Bürgermeisterin Karin Gorenzel überzeugt und verspricht weiter: „Wir haben in der Region bereits gesehen, wie engagiert sich unsere Lehrer dem Thema widmen und hoffen, dass wir auch seitens des Bundes Zustimmung zur Stärkung der Aktivitäten erhalten. Wir Bürgermeister stehen jedenfalls hinter dem Engagement und werden dies unterstützen.“

Statzendorfs Bürgermeister Michael Küttner bestätigt diese Meinung: „Wir planen, mit unserer Volksschule in das Klimaschulenprogramm einzusteigen und freuen uns über die vertiefende Zusammenarbeit.“

„Wir freuen uns über jeden kleinen Schritt“

Auch Bürgermeister Ewald Gorth ist mit den Entwicklungen in der Klima- und Energiemodellregion zufrieden und kann darauf verweisen, in den vergangenen Monaten mehrfach Veranstalter mit interessanten Themen gewesen zu sein. „Wir freuen uns über einen jeden kleinen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit.

Besonders toll ist auch, wenn man sieht, dass die Leute mitziehen, und das funktioniert in Inzersdorf-Getzersdorf richtig gut.“ Dabei spricht er auch die gute Organisation durch den heimischen Elternverein unter der Führung von Martin Dohnal an.

Das Publikum war von den Vorträgen begeistert und es ist zu erwarten, dass künftig verstärkt auf Kooperationen der heimischen Pflichtschulen gesetzt wird. Ganz nach dem Motto, das Karin Gorenzel und Gerhard Beitl ausgegeben haben: „Gemeinsam sind wir stark.“

„Gemeinsam sind wir stark“

Höhepunkt des Abends aber war sicher der Vortrag von Hermann und Thomas Neuburger mit ihrer interessanten Familiengeschichte, wie aus einer kleinen Fleischhauerei der anerkannte Leberkäseproduzent – „Sag niemals Leberkäse zu ihm“ – wurde. Heute ist den Neuburgers aber wichtig, dass man sich wieder auf mehr fleischlose Kost besinnt und daher rufen sie zu bewussterem Umgang mit dem eigenen Essen auf.