Nach SPÖ-Votum für Rendi-Wagner: „Schluss mit Debatte“. SP-Bürgermeister der Region Herzogenburg wollen, dass nach Votum über Pamela Rendi-Wagner die politische Arbeit aufgenommen wird.

Von Alex Erber. Erstellt am 15. Mai 2020 (03:42)
SP-Bundesparteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner hat an der Basis Rückhalt. Die Bürgermeister fordern ein Ende der Diskussionen.
APA/Hans Punz

Mehr als 68.000 Mitglieder der SP haben an einer internen Umfrage teilgenommen, die Aufschluss geben sollte, ob Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner an der Spitze bleiben soll.

Die Beteiligung lag konkret bei 41,3 Prozent. 71,4 Prozent der teilnehmenden Mitglieder sprachen sich für Rendi-Wagner als Frontfrau aus.

Es ist schon fast bezeichnend, dass sich die 14-köpfige Wahlkommission nicht zu einem einstimmigen Entschluss durchringen konnte, das Ergebnis anzuerkennen. Erst unter notarieller Begleitung wurde die Vorgangsweise beim Auszählungsvorgang für korrekt erklärt.

„Wünsche mir geeinte Sozialdemokratie“

Alles unverständlich für die Basis. „Wie immer gibt es ein lachendes und ein weinendes Auge. Das lachende Auge freut sich über die doch hohe Zustimmung für die Vorsitzende. Das weinende Auge blickt auf die meiner Meinung nach geringe Beteiligung. Nicht einmal die Hälfte der Mitglieder hat abgestimmt, obwohl die Bemühungen im Vorfeld enorm gewesen waren, die Mitglieder zur Teilnahme daran zu bewegen“, sagt Herzogenburgs SP-Bürgermeister Christoph Artner.

Sein Pendant aus Traismauer, Herbert Pfeffer, betont: „Ich wünsche mir besonders jetzt eine geeinte Sozialdemokratie, die mit den Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern an Programmen arbeitet, um der hohen Arbeitslosigkeit Herr zu werden und den Wirtschaftsstandort Österreich nach der Krise wieder stark macht.“

Der Stadtchef deutlich: „Die Menschen haben genug, dass wir uns ständig mit uns selbst beschäftigen. So wie wir Bürgermeister und Kommunalpolitiker die Ärmel tagtäglich aufkrempeln und anpacken, soll das auch in der Bundes-SP selbstverständlich sein. Also, auf geht‘s!“

„Für die Basis sind die Debatten frustrierend“

Wölblings SP-Bürgermeisterin Karin Gorenzel fordert unmissverständlich: „Schluss mit der Debatte! Pamela Rendi-Wagner hat über 70 Prozent Zustimmung bekommen, das ist ein gutes Ergebnis. Deshalb sollte man sich nun schnell an die politische Arbeit machen, denn für die Menschen an der Basis sind die Diskussionen frustrierend.“

Nachsatz: „Ich fürchte leider, dass die Debatten nicht enden werden, denn es gibt zwei Lager, die einander gegenüberstehen.“

Nussdorfs Bürgermeister Heinz Konrath hofft ebenso, dass die Zeit der Diskussionen vorüber ist: „Man sollte zu einer Einigkeit kommen, ich denke, das Votum hat dies klar zum Ausdruck gebracht.“

Pamela Rendi-Wagner sitze fest im Sattel: „Und das ist auch gut so, denn eine konsequente Oppositionspolitik ist gerade jetzt sehr wichtig.“