Renaturierung zeigt Wirkung: Die Traisen erholt sich. Von insgesamt 50 Donau-Fischarten sind im Mündungsgebiet mittlerweile 32 nachgewiesen. Auch die Au hat von den vielfältigen Renaturierungsmaßnahmen profitiert.

Von Alex Erber. Erstellt am 14. August 2019 (03:26)
NOEN, Pock/Verbund
Am Donauradweg wird die Traisen-Renaturierung erlebbar gemacht. 

Bis auf wenige Restarbeiten sind die Baumaßnahmen rund um das Projekt LIFE+ Traisen abgeschlossen. Die neue Au im Mündungsgebiet nahe dem Donaukraftwerk Altenwörth gedeiht prächtig. Bei einem Lokalaugenschein überzeugten sich die Bürgermeister Marion Török (Zwentendorf) und Wolfgang Benedikt (Kirchberg am Wagram) zusammen mit Werksgruppenleiter Heinz Allmer und Projektleiter Roland Schmalfuß von der Entwicklung einer lebendigen Flusslandschaft zwischen Donau und Traisen.

Kaum vorstellbar, dass noch vor wenigen Jahren eine triste Schotterfläche bestenfalls erahnen ließ, wo die neue Traisen verlaufen würde. Die Baumaßnahmen waren enorm, verliefen aber im Augebiet störungsfrei und ohne große Belästigung der Anrainer. Enorme 3,2 Millionen Kubikmeter wurden im Zuge der Bauarbeiten bewegt. Davon sind 1,4 Millionen Kubikmeter Kies entnommen worden, um Platz für das neue Flussbett zu schaffen. 1,6 Millionen Tonnen Material wurden umgelagert und für die neuen Auflächen verwendet.

Erst „unbefriedigend“ und jetzt „gut“

Die Bagger sind verschwunden, stattdessen tummeln sich Libellen, Fische und seltene Vögel in dem 160 Hektar großen Projektgebiet der neuen Traisen. „Alles, was wir uns vor zehn Jahren zum Ziel gesetzt haben, ist eingetreten“, freut sich Projektleiter Roland Schmalfuß. Von 50 Donau-Fischarten wurden bereits 32 Arten, darunter auch die Barbe im Bild, nachgewiesen. Die Traisen hat sich von der strengen Beurteilung der Ökologen im Fach „Fischökologischer Zustand“ von „unbefriedigend“ (4) auf „gut“ (2) verbessert.

Radwege entlang der Donau und Traisen

Insbesondere die Mündung der Traisen hat sich in den vergangenen Sommern zu einem beliebten Naherholungsgebiet entwickelt.

Der Donau-Radweg führt über eine eigene Brücke am Mündungsgebiet vorbei und erlaubt so den Reisenden einen Blick in die junge Au-Landschaft mit ihren Raubäumen, Steilufern und Flachwasserzonen. Und wer dann abbiegt, kann sich auch am Traisen-Radweg Richtung Traismauer, Herzogenburg und St. Pölten begeben.

Die nächste ökologische Aufwertung in Altenwörth steht unmittelbar bevor. Projektleiter Hannes Einfalt scharrt bereits in den Starlöchern für die längste Fischwanderhilfe in NÖ, die nicht nur die Durchgängigkeit des Kraftwerks herstellt. „Unser Bündel an Maßnahmen wird sich bis nach Stockerau erstrecken. Mehr als zwölf Kilometer lang wird der naturnahe Umgehungsbach auf der linken Uferseite der Donau. Mit Kiesaufschüttungen wird das Ufer im Altarm fischfreundlicher gestaltet. Gleichzeitig erlauben flache Stellen den Badegästen einen bequemeren Zugang zum Wasser und verbessern die Badequalität“, so Hannes Einfalt. Die letzten für die Projektumsetzung erforderlichen Bewilligungen werden in den nächsten Wochen erwartet.