Schulskikurse: Sportlich abseits der Pisten. Schulen in der Region Herzogenburg setzen vermehrt auf Alternativen zum klassischen Wintersport.

Von Melanie Baumgartner, Marlene Groihofer und Corina Berger. Erstellt am 14. Januar 2020 (04:30)
Spaß im Schnee: Durch Schulskikurse kommen viele Kinder erstmals auf die Bretter, die die (Ski-)Welt bedeuten.
Fahrnberger

Die Skigebiete sind schon mitten in der Wintersaison angelangt. Nun starten auch in zahlreichen Schulen wieder die Wintersportwochen. Aber wie werden diese von Schülern und Eltern heutzutage noch angenommen? Sind Schulskikurse ein Auslaufmodell? Die NÖN hat nachgefragt.

Gerhard Beitl, Direktor der Neuen Mittelschule Traismauer, ist sich sicher, dass Schulskikurse immer weniger angenommen werden. „Leider finden Schulskikurse immer weniger Anklang. Grund dafür sind sicher die hohen Kosten, aber damit meine ich nicht Quartier, Liftkarte und Anreise, sondern die Zusatzkosten für Skiausrüstung, die die Kinder nicht mehr besitzen. Für eine Woche Ausrüstung zu kaufen, ist für viele Eltern nicht mehr leistbar, denn für den Ankauf von Anorak, Skihose, Schuhen und Handschuhen gibt es keine Unterstützung“, bedauert Beitl.

„Wir bieten als Alternative Skitage an Stelle von Wandertagen“

Der Elternverein unterstütze zwar wo es nur , „aber Bekleidung zu kaufen ist einfach unmöglich.“ Um den Schülern aber doch die Möglichkeit zu geben, Wintersportarten auszuüben, gibt es in der Neuen Mittelschule Traismauer ein spezielles Angebot. „Wir bieten als Alternative Skitage an Stelle von Wandertagen für unsere Schüler an. So können wenigstens die Kinder, die noch ihre eigene Ausrüstung besitzen, in den Genuss von Wintersportaktivitäten kommen. Eine weitere Alternative sind Sommersportwochen, die gerne angenommen werden“, erklärt Beitl.

Auch in der Neuen Mittelschule in Herzogenburg setzt man auf Alternativen, allerdings nicht, weil Schulskikurse zu wenig Anklang finden. „Nein, Schulskikurse sind durchaus kein Auslaufmodell. Da aber in den letzten Jahren öfter Schneemangel war, ist man zum Teil auf Alternativsport umgestiegen – wie Schneeschuhwandern oder Langlaufen“, erklärt Andreas Tischer, Direktor der Neuen Mittelschule Herzogenburg.

Auch hier kann man um finanzielle Unterstützung ansuchen. „Die gibt es in der Regel vom Land oder von der Gemeinde. Nur in Ausnahmefällen kommt die Unterstützung vom Elternverein. Finanzielle Hilfestellung bei der Ausrüstung erübrigt sich fast, denn sowohl Schuhe als auch Ski werden vor Ort ausgeliehen“, sagt Tischer.

St. Pöltner HTL: 90 Prozent der Schüler nach wie vor dabei

Auch an der HTL in St. Pölten sieht man den Schulskikurs nicht als Auslaufmodell. „Für die Schule sind die Kurse sehr wichtig, da sie eine super Sache für die Gemeinschaft sind“, betont Direktor Martin Pfeffel. 90 Prozent der Schüler seien nach wie vor dabei. Das Finanzielle sei nur in Ausnahmefällen ein Problem, „da der Elternverein sofort unterstützt, sollte es Probleme geben“.

350 bis 400 Euro kostet eine Woche etwa. „Angeboten werden neben Skifahren und Snowboarden auch Langlaufen, Skating und ein bisschen Biathlon“, so Pfeffel. „Auch eine Alternativgruppe gibt es, die Rodeln, Schneeschuhwandern und Eislaufen gehen kann.“

80 bis 90 Prozent der Schüler nehmen auch am BRG/BORG St. Pölten nach wie vor an den Kursen teil. Bei Bedarf gibt es finanzielle Unterstützung durch einen Förderverein. „Auffällig ist, dass der Anteil der Ski- und Snowboard-Anfänger in den letzten Jahren deutlich größer geworden ist“, heißt es seitens der Schule.

Umfrage beendet

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