Verdacht auf gewerbsmäßige Bettelei. Verdacht auf gewerbsmäßige Bettelei: Polizei schritt ein. Die Angehaltenen haben bei Einvernahme ihre Unschuld beteuert: „Wir haben ganz sicher keine Straftaten begangen.“

Von Alex Erber. Erstellt am 01. April 2021 (04:33)
Im Gegensatz zum „stillen Betteln“ zur Linderung einer Notlage ist gewerbsmäßiges Betteln strafbar. 
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Not und Elend oder doch systematisches Durchschnorren? In der Vorwoche gab es helle Aufregung um mehrere Menschen, die von Haus zu Haus gingen und um Arbeit und Geld baten. In der Kremser Straße waren zwei Männer in Begleitung von zwei Kindern unterwegs, die praktisch an jeder Haustüre anläuteten. Weiter ging es dann zum Parkplatz des neuen Eurospar-Marktes in der Traismaurerstraße. Nur wenige Minuten, nachdem das Geschehen in einem sozialen Medium die Runde machte, schrillte bei der Herzogenburger Polizei das Telefon: „Kommen Sie schnell, in Weißenkirchen gehen Leute herum, die aggressiv betteln!“

Nur Verdachtslage, keinerlei Beweise

Die Beamten machten sich sofort auf den Weg und trafen in der Perschlinger Katastralgemeinde tatsächlich zwei Verdächtige an: „Bei den Männern handelte es sich um rumänische Staatsbürger. Sie erklärten, dass sie Arbeit gesucht und ganz sicher nicht gebettelt hätten“, erklärt eine Sprecherin der Landespolizeidirektion NÖ.

Am gleichen Tag schlugen besorgte Bürger auch in Kapelln Alarm und verständigten die Polizei. In Kapelln konnten die Exekutivbeamten jedoch niemand mehr antreffen, denn die Verdächtigen befanden sich bereits auf dem Weg nach Pottenbrunn. Fünf Personen, drei Erwachsene und zwei Kinder, auch in diesem Fall rumänische Staatsbürger, hielt die Polizei an. Sie versicherten, keine wie immer gearteten Straftaten begangen zu haben. Und weil es bloß eine Verdachtslage und keinerlei Beweise für strafbare Handlungen gab, konnte das Quintett nach der kurzen Befragung seine Fahrt wieder fortsetzen.