Von Nudeln bis Honig: Region steht für Qualität. Produzenten aus der Region Herzogenburg eroberten wieder Gold, Silber und Bronze.

Von Peter Nussbaumer, Hans Kopitz, Thomas Heumesser und Alex Erber. Erstellt am 17. April 2021 (03:20)
Seit 20 Jahren stellt die Gemeinlebarner Ölmühle Süss Produkte in höchster Güte hergestellt. Auch heuer fuhr man vier Goldmedaillen ein. Das Bild zeigt Monika, die neue Betriebsführerin Theresa Süss mit Tochter Katharina und Seniorchef Alois Süss mit den ausgezeichneten Produkten. 
Schwab

Die Ab-Hof-Messe für bäuerliche Direktvermarkter ging heuer nur virtuell über die Bühne. Für die Produzenten aus der Region Herzogenburg war sie abermals ein durchschlagender Erfolg.

Familie Kaiblinger aus Zagging erlebte bei der Premiere, sie nahm erstmals teil, gleich einen Goldregen. Denn Medaillen gab es sowohl für den Erdbeerwein als auch den Erdbeerfrizzante und das Kürbiskernöl. Erhältlich sind die preisgekrönten Produkte direkt bei Simone und Matthias Kaiblinger sowie in ausgewählten Bauernläden.

„Unser Herzblut ist bestätigt worden“, jubeln auch Kerstin und Christian Steidl vom gleichnamigen Biohof in Landersdorf. Auch dabei gab es eine Premiere, denn erstmals gab es die Kategorie „Pasta-Kaiser“. Mit ihrem „Bio-Dinkel-Schneckal“, einer Kreation aus hauseigenem Bio-Dinkel und hauseigenen Bio-Eiern, eroberten sie eine Silbermedaille. Ab Mitte Mai ziehen junge Bio-Hühner in den mobilen Hühnerstall, ab Ende Mai sind die „Schneckal“ nebst Bio-Eiern wieder erhältlich.

„Unser Herzblut ist bestätigt worden“

Große Freude herrscht auch bei Karl Moser aus Oberwölbling, der zwei Goldmedaillen für sich verbuchen konnte, und zwar für seinen Cremehonig mit Dirndl und seinen Akazienhonig mit roten Nüssen. Überdies gab es Silber mit den cremigen Frühjahrsblütenhonig. Moser bietet die honigsüßen Produkte beispielsweise bei den Wölblinger Markttagen an.

Mit jeweils zwei zweiten und dritten Plätzen erlangte Edelbrandsommelier Franz Gruber aus Thalheim begehrte Auszeichnungen. In der Bewertung „Die goldene Birne“ gab es für den Birnensaft einen zweiten Platz, für den Apfel-Birnenmost Platz drei. In der Bewertung „Das goldene Stamperl“ erreichte Gruber einen zweiten Platz für den Zirbenlikör und einen dritten Platz für den Nusslikör.

Gruber, der bis zur Pensionierung im Jahr 2015 als Tischler arbeitete, beschäftigt sich seit 2003 mit dem Herstellen von Mosten, Säften, Likören und Edelbränden. In seiner „Kost Bar“ im 19er Haus in Thalheim bietet er jeden Freitag ab 17 Uhr seine Erzeugnisse neben seinen prämierten Spezialitäten an.

Unterstützung bei der zeitraubenden Produktion erhält Gruber durch Gattin Roswitha und Sohn Stefan, das Obst stammt zur Gänze aus der Region.

Vor zwei Jahren erhielt der Gemeinlebarner „Ölspezialist“ Alois Süss die Prämierung „Öl-Kaiser“. Auch heuer schnitt der Vorzeigebetrieb mit vier Goldmedaillen (Distelöl, Rapsöl, Hanföl, Kürbiskernöl) ausgezeichnet ab.

Kampf gegen den Umsatzeinbruch

Nachdem das Ehepaar Süss altersbedingt in den „Unruhestand“ übergetreten ist, wurde der Betrieb mit Jahresbeginn an Schwiegertochter Theresa Süss übergeben. „Der Erfolg ist für unsere Kunden eine tolle Bestätigung, dass sie von uns hochwertige Produkte erhalten. Zugleich sind die Auszeichnungen auch für uns Motivation, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen“, so Theresa Süss. Momentan kämpft der Traditionsbetrieb mit dem Umsatzeinbruch infolge Corona, denn der Hauptabnehmer ihrer Produkte ist die Gastronomie, die nach wie vor geschlossen ist. Durch Ab-Hof-Verkauf und die Präsenz bei Märkten versucht man, die Umsatzeinbußen möglichst gering zu halten.

Wenn es um Leberstreichwurst, Blutwurst oder Speck geht, spielen zwei Familien aus der Region seit Jahren eine dominante Rolle. Martina und Franz Schalhas aus Schweinern räumten Medaillen für gleich sechs Produkte ab, darunter zwei Goldmedaillen für die Blutwurst und die Leberstreichwurst. Ab-Hof-Verkauf gibt es jeden Donnerstag von 15 bis 18 Uhr, erhältlich sind die Produkte auch bei Märkten in St. Pölten und Paudorf.

Gold für einen Leberaufstrich gab es auch für den Hilpersdorfer Winzer Thomas Heinrich, der vor zwei Jahren mit seiner Gattin Carina den Betrieb von Vater Johann übernommen hat. Anfang Juli steht der nächste Heurigenbetrieb in der Eichberger Kellergasse am Kalender und hier hofft man, an die Umsätze der vergangenen Jahre anschließen zu können.