Jahrgang 2019: Weinlese startet in zwei Wochen. Winzer sehen einer qualitativ und quantitativ sehr guten Ernte entgegen. Wünsche: keine Hitze, kühler, trockener Herbst.

Von Günther Schwab. Erstellt am 20. August 2019 (04:09)
Günther Schwab
Beim Winzerhaus Schöller in Wagram, im Bild Johann (links) und Hans Schöller, hat die diesjährige Premierenweinlese bereits stattgefunden. Geerntet wurde in einem „Versuchsweingarten“ die Sorte Solaris mit 19,2 KMW. Diese Sorte ist eine Neuzüchtung und gehört zu den sogenannten pilzwiderstandsfähigen Rebsorten, kurz „PiWis“. Der daraus gekelterte Wein ist ein besonderes Tröpferl: Allein das Bouquet erinnert an einen exotischen Früchtekorb aus Mango, Ananas und Passionsfrucht sowie Honig.

Das diesjährige Weinjahr wird im Vergleich zum Vorjahr deutlich später beginnen. In Sachen „Reife der Weintrauben“ liegt man rund zwei bis drei Wochen hinter der Traubenreife im Vorjahr, aber im Vergleich zu einem „normalen Jahr“ ist man immer noch eine Woche voraus.

„Rückblickend können wir, was den Vegetationsverlauf betrifft, von einem normalen Jahr mit mehreren Wetterextremen sprechen. Durch die etwas kühleren Temperaturen im Mai konnten wir eine im Vergleich zum Vorjahr 14 bis 18 Tage spätere Blüte verzeichnen. Der Fruchtansatz war trotz der extrem trockenen Witterung im Vorjahr sehr gut“, erklärt Bezirksweinbauverbandsobmann Alexander Siedler aus Reichersdorf.

Erst Trockenstress, dann kam der Niederschlag

„In der ersten Julihälfte habe man in mehreren Anlagen aufgrund der Hitze und des ausbleibenden Niederschlags beginnende Anzeichen von Trockenstress beobachten können. Siedler: „Vor allem Junganlagen an trockenen Standorten mussten bewässert werden. Das Beerenwachstum war zu dieser Zeit eher gehemmt.“

In den vergangenen Wochen hat es dann doch den erhofften Niederschlag gegeben und die Weingärten haben sich folglich auch sehr gut entwickelt. „Durch den sehr guten Fruchtansatz war heuer eine gewisse Korrektur der Traubenanzahl, in dem man einen Teil der Trauben im Juli entfernte, um eine gute Traubenqualität zu erzielen, unbedingt notwendig. Durch die trockene Witterung gab es so gut wie keine Pilzkrankheiten und es ist ein sehr gesundes Traubenmaterial herangereift“, schildert der Wagramer Weinbauvereinsobmann Hans Schöller.

Gegenwärtig präsentieren sich die Traisentaler Weingärten, die auch heuer bislang von Hagel und im Frühjahr vom Frost weitgehend verschont blieben, in einem optimalen Zustand. „Derzeitig sehen wir einer qualitativ und quantitativ sehr guten Ernte entgegen. Der Erntebeginn bei den Qualitätsweinrebsorten wird meines Erachtens am Ende der ersten Septemberwoche sein. Die Hauptlese wird voraussichtlich Mitte September beginnen“, blickt Reichersdorfer Weinbauvereinsobmann Markus Müller voraus.

„Derzeitig sehen wir einer qualitativ und quantitativ sehr guten Ernte entgegen"

Für die nächsten Wochen wünsche man sich einen nicht allzu heißen Sommerausklang und einen kühlen und trockenen Herbst (kühle Nächte): „Damit könnten wir eine hochqualitative Ernte zum Abschluss bringen“, so Müller.

Derzeit sind beste Voraussetzungen für einen ausgezeichneten Weinjahrgang 2019 gegeben.

Unmittelbar vor dem Lesebeginn gibt es noch für die Traisentaler Winzer am Mittwoch, 28. August, ab 17 Uhr im Landgasthof Huber in Wagram einen Schulungsabend seitens des Bezirksweinbauverbandes, bei dem über aktuelle Themen (hier vor allem über die Weingarten-Bewässerung) referiert wird.