Kahlschlag bei den Eschen im Auwald. Kein Risiko im Auwald: Kranke Bäume und solche, die es noch werden könnten, wurden rigoros abgeholzt. Das Stiftsforstamt kündigt Neupflanzungen für das Frühjahr an.

Von Hans Kopitz. Erstellt am 01. März 2018 (05:05)
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Viele Spaziergänger, die in den vergangenen Wochen von der Schrebergartensiedlung Richtung St. Andräer Steg gegangen sind, waren schockiert, wie rigoros dort zwischen Straße und Traisen die Au abgeholzt wurde.

Auf Nachfrage der NÖN beim Forstamt des Stiftes erklärte Stiftsförster Günther Lindmayr, dass das Eschensterben in den heimischen Wäldern nach wie vor in großes Thema ist und es auch in Herzogenburg hauptsächlich Eschen sind, die umgeschnitten wurden, denn die Bäume standen am Rande der Spazierwege und sogar einer Straße: „Falls da etwas passiert wäre, dann wäre das Stiftsforstamt zur Verantwortung gezogen worden. Selbstverständlich wird im Frühjahr aber wieder aufgeforstet.“

Gefahr für Spaziergänger in den Wäldern

Der Pilz, der aus Asien eingeschleppt wurde, befällt die Eschen zunächst an der Baumkrone, danach breitet er sich bis in die Wurzeln aus. Diese können die mächtigen Stämme nicht mehr halten, die Bäume stürzen völlig unerwartet um. Sie sind damit eine Gefahr für Spaziergänger in den Wäldern, aber auch für Autofahrer, die auf Straßen entlang von Wäldern unterwegs sind.

Kein Baum resistent gegen den Pilzbefall

Die Waldbesitzer begegnen dem Problem mit intensiven Rodungen der Eschen.

Dabei zeigte sich in den vergangenen Monaten, dass kein einziger Baum resistent gegen den Pilzbefall war. Der Forstschutzreferent des Landes NÖ, Reinhard Hagen, zeichnet daher ein ziemlich düsteres Zukunftsbild für die Eschen, auch wenn er die Hoffnung noch nicht aufgeben will: „Wenn man die Bilder in NÖ kennt, und wir haben das Problem in ganz Österreich und Zentraleuropa, dann muss man sagen, dass es derzeit sehr schlecht ausschaut. Die Suche nach resistenten Eschensaatgut des Bundesamts und Forschungszentrums für Wald befindet sich zwar erst im Anfangsstadium, derzeit gibt es aber wenig vielversprechende Ergebnisse.“