Region Herzogenburg in 100 Jahren: Stadterhebung und Brückenbau

1958 wurde Traismauer eine Stadt, Inzersdorf-Getzersdorf 1970 eine gemeinsame Gemeinde.

Erstellt am 05. Januar 2022 | 04:48
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Die Stadt Traismauer mit ihren Katastralgemeinden liegt in geografisch und verkehrstechnisch begünstigter Lage, die schon eine frühe Industrialisierung bewirkte.

1922 konnte man hier, trotz einschneidender Kriegsereignisse 1914-18, auf etliche Fabriken und Gewerbebetriebe blicken, die zahlreiche Arbeitsplätze boten, wie etwa Martin Miller’s Sohn AG, Gussstahl, Stahlwaren und Klaviersaitenfabrik sowie die AWESTEM Band- und Stoff-Industrie-AG, die aus der bedeutenden Seidenfabrik Wiesenburg, Tugenthat und Mayer hervorging.

Heurigenkultur seit 1920ern, Donaurollfähre bis 1971

Eine bedeutende Gemeinschaftseinrichtung bildete die 1905 eröffnete Donaurollfähre zwischen Traismauer und Grafenwörth, die im Jahr 1971 allerdings wieder eingestellt wurde.

Im Februar 1922 veranstaltete die Hauerinnung die erste große Weinkostveranstaltung in Traismauer, um den Traisentaler Wein besser zu vermarkten.

Die 1923 in Österreich einsetzende starke Wirtschaftskrise bewirkte ein Nachlassen der Nachfrage von Wein bei den Hauern. Überaus zahlreich wurden nun Heurigenschenken errichtet, um Wein absetzen zu können. Die Heurigenkultur ist heute ein wirtschaftlich wichtiger Zweig in Traismauer.

Außerordentliche Bedeutung für Traismauer und das untere Traisental erlangte die Errichtung von Wasserkraftwerken zur Stromerzeugung in Oberndorf am Gebirge und Stollhofen, die 1923 begonnen und 1924 fertiggestellt wurden.

Wagram wurde Teil des Bezirks Herzogenburg

Am 29. September 1923 beschloss der Gemeindevorstand von Wagram einstimmig die Ausscheidung aus dem Gerichtsbezirk Mautern. Wagram wurde dem Bezirk Herzogenburg eingegliedert, heute eine Katastrale von Traismauer.

Besondere Bedeutung haben für die Traismaurer auch die Bauten diverser Brücken. Am 12. Dezember 1953 wurde die neue, massiv gebaute Brücke über Mühlbach und Traisen eröffnet, sie ersetzte die defekte Holzbrücke. Im Jahr 2007 erfolgte zudem die Grundsteinlegung für die neue Donaubrücke.

Stadterhebung von Traismauer 1958

Einer der wichtigsten Eckpunkte der Geschichte Traismauers stellte ein Ereignis am 28. September 1958 dar. Im Beisein von Bundespräsident Adolf Schärf wird Traismauer zur Stadt erhoben.

Auch das Schulsystem ist in der Römerstadt nicht unwesentlich. 1927 wird die erste Klasse der Bürgerschule in Traismauer mit 17 Knaben und 21 Mädchen eröffnet. 1963 erfolgt der Neubau der Hauptschule.

Inzersdorf-Getzersdorf seit 1970 eine Gemeinde

Die Geschichte der Gemeinde Inzersdorf-Getzersdorf reicht bis ins frühe 19. Jahrhundert zurück, als die Gemeinden Inzersdorf und Getzersdorf als zwei eigenständige Gemeinden gegründet wurden.

Nur 13 Jahre später wurden sie durch eine Initiative vom Land Niederösterreich wieder zusammengeführt. Diese „On-Off“ Beziehung der Gemeinden endete 1970, als vom damaligen Gemeinderat die Zusammenschließung beschlossen wurde.

Heute hat die Gemeinde circa 1600 Einwohner mit Hauptwohnsitz, zum Beginn des Millenniums waren es noch 1400. Die Bevölkerung der Gemeinde heute ist zu 60 Prozent zwischen 20 und 64 Jahren alt.

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