Rumänen wegen Menschenhandel und Zuhälterei in Haft. Niederösterreichische Kriminalisten haben einen Menschenhandelsring zerschlagen, der sich mit Zuhälterei und Zwangsprostitution befasst hat.

Erstellt am 11. Juli 2013 (13:40)
NOEN, LPD NÖ
Sieben Rumänen sind in Haft, zwei davon wurden in Frankreich und Rumänien festgenommen, bilanzierte Franz Polzer, Leiter des Landeskriminalamts, in einer Pressekonferenz am Donnerstag in Gänserndorf. In dem Fall hatte es im Frühjahr eine Aufsehen erregende Entführung einer 21-jährigen Rumänin gegeben.

Polizei-Einsatz in Herzogenburg als Initialzündung

Ausgangspunkt der Ermittlungen war ein Polizeieinsatz Anfang März in Herzogenburg (Bezirk St. Pölten). Die junge Frau, Mutter einer vierjährigen Tochter, gab an, dass ihr Ex-Zuhälter sie wieder zur Prostitution zwingen wolle, und belastete in ihren Aussagen die gesamte Tätergruppe. Am 17. April wurde sie samt der Kleinen aus ihrer Wohnung entführt, konnte laut Polzer aber noch am selben Abend aus einem Wiener Hotel befreit werden. Der anwesende Ex-Zuhälter wurde festgenommen.

Rückkehr trotz Warnungen: Erneut entführt

Entgegen der polizeilichen Empfehlung kehrte die Rumänin nach Herzogenburg zurück, wo sie eine Woche später auf dem Weg zum Spielplatz samt dem Kind neuerlich in ein Auto gezerrt und in eine Wohnung in Wien gebracht wurde. Es gelang ihr, eine SMS an ihren Lebensgefährten zu schicken, und den Kriminalbeamten, sie neuerlich zu befreien und zwei Täter festzunehmen.

Zehn bis 15 Frauen im Alter von 18 bis 23 Jahren sollen von der Tätergruppe - oft unter Gewaltanwendung - zur Prostitution gezwungen worden sein, hieß es vonseiten der Ermittler. Den "Schandlohn" in - nach Angaben von vier Befragten errechneter - Höhe von 650.000 Euro mussten sie fast zur Gänze an ihre "Beschützer" abliefern, so Polzer. Die Beschuldigten seien zu den Vorwürfen zum Teil geständig.