Von Herzogenburg nach St. Pölten: Bus statt dem Zug. Von Herzogenburg nach St. Pölten dauert es lange, aber es ist nicht allzu beschwerlich.

Von Chiara Holzer und Sofie Kalteis. Erstellt am 30. Juli 2019 (03:55)
Chiara Holzer
Noch bis zum 1. September ist zwischen Herzogenburg und St.Pölten ein Schienenersatzverkehrs-Autobus unterwegs.

„Wegen Bauarbeiten wurde bei Ihrer Reiseverbindung dieser Zug durch einen Autobus ersetzt.“ Das klingt fürs Erste umständlich und anstrengend. Die NÖN machte die Probe aufs Exempel und wollte herausfinden, wie umständlich und anstrengend der derzeitige Schienenersatzverkehr zwischen Herzogenburg und St. Pölten tatsächlich ist. Wie ausführlich berichtet, fährt bis 1. September auf dieser Strecke kein Zug, da die ÖBB den Schienenstrang komplett erneuern.

Also: Hinein in den Autobus! Anneliese, eine Frau, die ebenfalls Richtung Herzogenburg fuhr, begegnet uns NÖN-Praktikantinnen schon an der Bushaltestelle in St. Pölten, sie fährt diese Strecke täglich . „So umständlich wie es klingt, ist es eigentlich nicht, natürlich ist der Zug etwas schneller, aber dass es ein bisschen länger dauert, stört mich nicht“, erzählt sie uns.

„Straßenbaustellen sind ein Albtraum!“

Die Straßenbaustellen in Herzogenburg selbst seien für sie eher ein Problem: „Das ist einfach ein Albtraum!“, zeigt sie sich empört.

Zuerst hält ein direkter Bus nach Herzogenburg, in den alle Menschen, die an der Bushaltestelle stehen, einsteigen. Wir bevorzugen ausnahmsweise die langsame Variante. Und sind dabei nicht allein: Wenig später kommen wieder einige Her zogenburger, die sich in denselben Bus wie wir begeben. Auch Marie-Therese Feuchtinger aus Traismauer fährt mehrmals die Woche mit dem Bus: „Eigentlich ist es nicht wirklich mühsam, der Bus fährt nur um wenige Minuten länger als der Zug“, berichtet sie.

Otto Simann ist hingegen einmalig mit dem Schienenersatzverkehr unterwegs: „Ich bin Pensionist, mich stört es nicht, wenn es länger dauert, ich hab ja Zeit“, meint er.

Dennoch wirken viele Leute in dem Bus etwas verärgert, was vielleicht an der Hitze liegen könnte. Immerhin hat es an diesem Tag fast 35 Grad. Zumindest im klimatisierten Bus lässt es sich aber leidlich aushalten.

„Die Stadt könnte man ja auch umfahren"

Was wir und alle anderen Passagiere uns nicht erklären können: Wieso bleibt der Schienenersatzverkehr auch beim Traisenpark oder in Viehofen stehen? „Die Stadt könnte man ja auch umfahren, dann würde es nicht so lange dauern, und durch die engen Gassen zu fahren, ist auch nicht nötig“, meint eine andere Dame in unserem Bus. Was wir verstehen können, denn bei keiner der beiden Stationen ist jemand ein- oder ausgestiegen.

Unser Fazit nach 28 Minuten: Der Schienenersatzverkehr kann an heißen Tagen zwar etwas mühsam sein, jedoch ist die Fahrt auf jeden Fall auszuhalten. Zumindest bis September, dann ist man vom Herzogenburger Bahnhof wieder in acht Minuten in St. Pölten.