Landgasthof Huber soll verkauft werden. Traditions-Unternehmen in Wagram soll durch Investor vor der Schließung bewahrt werden.

Von Günther Schwab. Erstellt am 18. März 2021 (03:56)
Andrea Grammer und Reinhard Huber erwägen, den Landgasthof zu verkaufen oder einen Investor zu finden, um wieder schuldenfrei zu sein und eventuell den Betrieb als Pächter weiterzuführen.
Günther Schwab

Seit dem Jahr 1953 ist das Gasthaus „Zum schwarzen Adler“ in Wagram im Besitz der Familie Huber. Vor 14 Jahren erfolgten die Vergrößerung und Modernisierung des gastronomischen Leitbetriebs im unteren Traisental. Dabei wurden zwei alte Gebäude abgetragen und ein neuer geräumiger Landgasthof samt Gästezimmer errichtet.

In den Folgejahren war der Landgasthof, der zur Spitzenzeit 14 Personen beschäftigt hat, ein zentraler und überregionaler Veranstaltungsort mit umfangreichen Möglichkeiten. Feierlichkeiten aller Art, Hochzeiten, Geburtstagsfeiern, Bälle, Seminare, Tagungen und viele andere Events fanden in den Räumlichkeiten des Landgasthofes statt. Bis zum Vorjahr (exakt bis zum Beginn der Corona- Pandemie) stand die Existenz des Landgasthofes auf sicheren Beinen.

„Existenzgrundlage wurde entzogen“

„Die Corona-Krise stellt für die heimische Gastronomie eine fast kaum zu bewältigende Herausforderung dar. Mit einem Schlag wurde uns die Existenzgrundlage entzogen. Der finanzielle Verlust in den Monaten der Schließung war enorm“, berichtet Gastwirt Reinhard Huber.

Der Gastronom weiter: „An sich wäre unser Lokal im Großteil des Jahres durch Hochzeiten, Feierlichkeiten, Bälle ausgebucht gewesen. Aber seit der coronabedingten Schließung Anfang November 2020 hat sich die finanzielle Situation massiv verschlechtert.“

Reinhard Huber bietet ungeachtet der Verkaufsabsichten derzeit ein Abholservice an.
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Der Schuldenstand, dessen Abtrag in den Vorjahren bis zur Corona-Krise planmäßig war, nahm wieder zu und die Tilgungen sind binnen weniger Monate wieder zunichtegemacht worden. „Seit rund einem Jahr haben wir verschiedenste Gespräche mit Wirtschafts- und Bankenvertretern geführt, um die Situation wieder in den Griff zu bekommen, aber letztlich stellt möglicherweise der Verkauf die einzige Möglichkeit dar, um wieder schuldenfrei zu sein“, analysiert Reinhard Huber die gegenwärtige Situation.

Schweren Herzens habe man nun diesen Schritt gewählt, den Landgasthof zum Verkauf anzubieten. Huber: „Gemeinsam mit meiner Lebensgefährtin würde ich nach dem Verkauf den Landgasthof wieder pachten und wie gewohnt weiterführen.“

Ein ganzes Jahr lang schlaflose Nächte

Die vergangenen zwölf Monate haben den beiden Wirten schlaflose Nächte bereitet. Mit der Entschuldung und dem Neustart soll die Lebensqualität wiedergewonnen werden.

Der Landgasthof ist ungeachtet der Verkaufsabsichten weiterhin geöffnet und bietet von Mittwoch bis Sonntag (von 11 bis 14 Uhr) ein Abholservice von delikaten Speisen an. „An sich funktioniert das Abholservice sehr gut und es gibt durchaus Tage, an denen viel zu tun ist. Unterm Strich können jedoch mit den Einnahmen maximal die Lohnkosten abgedeckt werden“, bringt Gastwirt Reinhard Huber abschließend das Dilemma auf den Punkt.

Falls sich ein passender Interessent (Investor) meldet, ist auch eine Beteiligung möglich. Die Optionen werden in den nächsten Wochen geprüft. Danach soll es eine Entscheidung geben.