Schock nach Hass-Parole. Nazi-Schmiererei / Unbekannter Täter ruft zur Ermordung von Türken auf. „Ich hoffe, dass er rasch ausgeforscht wird“, so SP-Stadtchef Zwicker. FP-Schatzl: „Unangebrachte Meldungen.“

Von Alex Erber. Erstellt am 04. März 2014 (23:59)
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Von Alex Erber

HERZOGENBURG / Als die Mitarbeiterinnen des Penny-Marktes am Donnerstag in der Früh zum Parkplatz fuhren, trauten sie ihren Augen nicht. An der Wand prangte in riesigen Buchstaben ein hässlicher Schriftzug: „Haut allen Türken den Schädel ein.“ Nach einem Hakenkreuz hieß es weiter: „Sieg Heil.“ Die Angestellten des Diskonters alarmierten sofort die Polizei.

Aufruf zum Mord, Verhetzung, Verstoß gegen das Verbotsgesetz und letztlich Sachbeschädigung: Das sind die Delikte, die der unbekannte Täter verübt hat. Nach ihm wird mit Hochdruck gefahndet. Die Beamten der Polizeiinspektion Herzogenburg ermitteln, ihre Kollegen vom Landesamt für Verfassungsschutz sind ebenfalls eingeschaltet.

Farbe ließ sich problemlos entfernen

Zunächst wurde das Wort „Türken“ mit Kartons unsichtbar gemacht. Wenig später wischten die Mitarbeiter des städtischen Bauhofes auf Intervention von Bürgermeister Franz Zwicker den Schriftzug weg. Der Täter hatte Farbe verwendet, die sich zum Glück problemlos entfernen ließ.

Der Stadtchef ist über die Nazi-Schmiererei schockiert: „Das torpediert die Bemühungen um Integration in der Stadt. Ich hoffe, dass der Täter rasch ausgeforscht und zur Verantwortung gezogen wird.“

"Unangebracht und diskriminierend"

Eine eigene Sicht der Dinge hat FP-Stadtrat Wolfgang Schatzl: „Ganz egal, wie man zu seiner Umwelt und seinen Mitmenschen steht, Derartiges darf einfach nicht passieren. Solche Meldungen sind mehr als nur unangebracht und diskriminierend und haben in Herzogenburg ganz einfach nichts verloren“, betont er.

Aber: „Trotzdem muss man solche Aktionen und deren Ursachen auch hinterfragen, um sie in Zukunft verhindern zu können. Ganz im Gegensatz zur SP gibt es nämlich unzählige Herzogenburger, die mit der geforderten ,Zwangsintegration‘ nichts anfangen können und die sich mittlerweile im eigenen Land wie Fremde fühlen.“

Bürgermeister Franz Zwicker kontert: „Schatzl muss zur Kenntnis nehmen, dass es bei uns seit jeher Gastarbeiter gibt. Wir bemühen uns um Integration, der Stadtrat hat diesbezüglich nichts aufzuweisen.“