"Freilernen": Das Leben als die Schule

Erstellt am 12. März 2018 | 12:14
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Spannende Debatte in der Schupfengalerie: Jurist Markus Distelberger, Erziehungswissenschaftler Karl Garnitschnig, Sigrid Haubenberger-Lamprecht, Alexandra Terzic-Auer, Bildungsstadtrat Franz Gerstbauer, Pflichtschul-Inspektorin Eva Rosskopf, Gudrun Totschnig, Harald und Heidrun Krisa (hinten) mit interessierten Kindern Benjamin Krisa, Jarik Engelberger, Jonas und Elias Lamprecht, Kaja Engelberger (vorne, jeweils von links).
Foto: NOEN, Hans Kopitz
In der Schupfengalerie präsentierten Autorinnen ihre Ideen aus ihrem Buch „Lernen ist wie Atmen“, worin es um Freilernen geht - Lernen lediglich aus eigener Motivation.
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Freilern-Autorinnen haben am vergangenen Mittwoch in der Schupfengalerie aus ihrem Buch „Lernen ist wie Atmen“ gelesen und bei der anschließenden Podiumsdiskussion das Freilernen vorgestellt.

Freilernen bezeichnet ein vom jungen Menschen selbstgesteuertes Lernen in seinem jeweiligen Lebensumfeld, im Unterschied zum Schulunterricht und zur klassischen Form des Hausunterrichts.

Bei dieser Art des Lernens gibt es daher keinen geplanten Unterricht.

Im Wissen, dass Lernen und Bildung immer und überall stattfinden und an keinen Ort oder Institution gebunden sind, erfolgt das Lernen durch ausschließlich eigene innere Motivation. Der junge Mensch entscheidet selbst, welchen Interessen er wann nachgeht. „Das Leben ist die Schule“, hieß es.

Einigen Besuchern war es neu, dass das Freilernen in Österreich mit der derzeitigen Gesetzeslage möglich ist. Aber es gibt doch gewisse Einschränkungen, denn der Schulpflicht kann man zwar auch durch die Meldung zum sogenannten „häuslichen Unterricht“ nachkommen, jedoch ist die Gleichwertigkeit zum Schulunterricht durch ein „Externistenprüfungszeugnis“ am Ende des Schuljahres nachzuweisen und den Externistenprüfungen liegt der öffentliche Lehrplan der jeweiligen Schulstufe zugrunde.

„Jedes Kind ist wissbegierig“

Selbst Bildungsstadtrat Franz Gerstbauer, Volksschullehrer, der auch für die Externistenprüfungen zuständig ist, konnte Pro-Freilern-Argumenten etwas abgewinnen: „Es stimmt, es gibt kein Nichtlernen, denn jedes Kind ist wissbegierig. Man muss einfach ausprobieren, ob es zum Kind passt.“

Wie steht Volksschuldirektor Reinhard Windl, der sich auch mit alternativen Schulformen beschäftigt, zu dieser Lernsituation? „Jegliche Freiheiten zu haben, beflügelt manche Menschen enorm, andere kommen damit gar nicht zurecht. Die Einschätzung Wer, Wie, Wann, Wo, Was am besten lernt, müssen wir Erwachsene immer im Blickfeld haben, ganz egal, ob man als Eltern mit seinen Kindern zu Hause oder als Lehrer mit den Kindern in einer Regelschule lernt.“

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