Einbrecherbande nach 56 Coups gestoppt

Kriminalist setzte rumänische Einbrecherbande schachmatt. Sie hatte sich auf Altstoffelsammelzentren spezialisiert.

Erstellt am 12. Januar 2022 | 04:18
Lesezeit: 2 Min
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Andreas Auer ist Geschäftsführer des Gemeindeverbandes für Umweltschutz und Abgabeneinhebung im Bezirk St. Pölten, der auch für den Betrieb des Wertstoffsammelzentrums in Schweinern verantwortlich zeichnet: „Wir alle sind froh, dass die Täter geschnappt werden konnten.“
Foto: Thomas Heumesser

Einbrüche in Altstoffsammelzentren haben die Polizei im vergangenen Frühjahr und Sommer in Atem gehalten. Mit der Tatortarbeit an den beiden Schauplätzen im Bezirk St. Pölten, konkret in Schweinern und Wilhelmsburg, war ein Kriminalist der Inspektion Böheimkirchen befasst, der sofort Parallelen erkannte, was die Vorgangsweise der vorerst unbekannten Täter anbelangte. Er setzte seine Nachforschungen dahingehend fort. Nun wurde sein Engagement mit Erfolg gekrönt.

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Jüngster der Täter war erst 12 Jahre alt

Bei den umfangreichen und akribisch geführten Ermittlungen konnte der Ermittler insgesamt neun mutmaßliche Täter ausforschen, welche unter dem Verdacht stehen, in der Zeit von Mai bis September 2021 eine Vielzahl an Einbruchsdiebstählen in Altstoffsammelzentren in NÖ begangen zu haben.

Durch die Auswertung von Spuren und die Zusammenarbeit mit den Bediensteten der Polizeiinspektionen Wilhelmsburg, Prinzersdorf, Sieghartskirchen, Mistelbach sowie dem Landeskriminalamt NÖ konnten den Verdächtigen insgesamt 56 Einbrüche zugeordnet werden.

Für die Coups verantwortlich zeichneten sieben Rumänen im Alter von 12 (!), 17, 19, 21, 22, 31 und 49 Jahren sowie zwei Rumäninnen (31 und 54). Sie alle wohnen in Wien und kamen ins Nachbarbundesland mit nur einem Ziel: Beute durch Einbrüche.

In unterschiedlichen Konstellationen drangen die diebischen Elstern nicht nur in Schweinern und Wilhelmsburg, sondern auch in mehrere Altstoffsammelzentren in den Bezirken Tulln (etwa in Einsiedl) und Mistelbach ein und stahlen dort diverses Diebesgut in Form von vorwiegend Elektrogeräten, Spielzeug, diversen Maschinen und Werkzeug. Nachdem sie von den Tatorten geflüchtet waren, überprüften die Kriminellen die Gegenstände. Alles, was dabei nicht für den Eigengebrauch geeignet war, sei von ihnen entsorgt worden, gaben sie im Verhör zu Protokoll.

Auf Geständnisse folgten Anzeigen auf freiem Fuß

Es entstand ein Schaden in der Höhe von rund 17.000 Euro. Bislang konnten die vier Hauptverdächtigen, die an der überwiegenden Zahl der Einbrüche beteiligt gewesen sein sollen, einvernommen werden. Die beiden Männer im Alter von 19 und 31 Jahren sowie die beiden Frauen zeigten sich geständig und wurden bei der Staatsanwaltschaft St. Pölten auf freiem Fuß angezeigt. Die fünf Komplizen werden ebenfalls zur Anzeige gebracht.