Milchhaus in Anzenberg als Erfolgsstory

Julia Herzmanek und Leopold Schoderböck haben in Anzenberg, einer kleinen Katastrale von Inzersdorf-Getzersdorf, einen Selbstbedienungsladen etabliert.

Erstellt am 04. Dezember 2021 | 04:48
Lesezeit: 2 Min
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Gemeinsam mit anderen Anbietern aus der Region zeigen Leopold Schoderböck und Julia Herzmanek – Töchterchen Magdalena ist natürlich dabei – im alten Milchhaus eine breite Palette regionaler Produkte.
Foto: Foto privat

Seit Anfang April ist nun das oberhalb von Inzersdorf stehende, 1956 erbaute ehemalige Milchhaus in Anzenberg geöffnet, das rund 20 Jahre keine Funktion mehr hatte. Der Land- und Heurigenwirt Leopold Schoderböck und seine Partnerin Julia Herzmanek haben das alte Gebäude in Eigenregie liebevoll renoviert und es in einen Selbstbedienungsladen für regionale Lebensmittel verwandelt.

150 verschiedene Produkte & alle aus dem nahen Umfelda

Angeboten wurden von Anfang an Produkte des täglichen Bedarfs wie Milch, Eier, Käse, Fleisch und Gemüse. In den vergangenen acht Monaten wurde das Sortiment laufend erweitert. Hinzugekommen sind Chutneys, Marmeladen, Knoblauch, Sirupe und Brotsorten, sodass aktuell rund 150 verschiedene Produkte zu finden sind. Wichtig: Alle Lieferanten kommen aus dem näheren Umfeld.

„Das Bewusstsein und die Wertschätzung regionaler und qualitativ hochwertiger Lebensmittel, bei denen man sich sicher sein kann, wo sie herkommen, rücken beim Konsumenten immer mehr in den Vordergrund“, sind Julia Herzmanek und Leopold Schoderböck überzeugt. Deshalb ist das Duo auch sehr glücklich darüber, den Schritt zum eigenen Selbstbedienungsladen gewagt zu haben.

Sie bewirtschaften ihren landwirtschaftlichen Betrieb, der seit jeher im Familienbesitz ist, direkt gegenüber vom Milchhaus. Ihre Betriebsphilosophie ist die Vielseitigkeit – nur ein Produkt zu erzeugen und alles auf eine Karte setzen, das wollten die Schoderböcks nie.

So teilt sich ihr Betrieb in Ackerbau, Weinbau mit Heurigenbetrieb, Rinder- und Legehennenhaltung sowie einige Streuobstwiesen auf. Bei der Bewirtschaftung wird großer Wert auf Kreislaufwirtschaft gesetzt – die Felder, auf denen das Futter für die Tiere angebaut wird, werden mit deren anfallenden Stalldünger mit Nährstoffen versorgt.

Der Direktvermarktung hat sich Familie Schoderböck schon lange verschrieben. Seit über 50 Jahren wird beispielsweise der Heurigen betrieben.

Direktvermarktung wird immer wichtiger

Mit immer größer werdendem Interesse der Bevölkerung, direkt beim Produzenten einzukaufen, gewann dieser Betriebszweig immer mehr an Bedeutung und ist heute nicht mehr wegzudenken. Neben Eiern, Wein und Säften vom Obst der alten Apfel- und Birnensorten, wird nach und nach die Vermarktung von eigenem Rindfleisch ab Hof ausgebaut.

Gemeinsam mit anderen Lieferanten – darunter die Familie Karner aus Ederding, Simon Kaiblinger und Alina Sailer, die Familien Burger aus Hausheim, Schachermayer aus Rabenstein, Hell aus Absdorf und Hiegesberger aus Fugging sowie die Bäckerei von Karl und Johanna Käppl – bieten sie ein breites Sortiment von Produkten an.