„Ich bekam falsches Medikament!". Universitätsklinikum St. Pölten verschrieb St. Andräer Patientin (78) „Sucralan“. Sie bekam Brechreiz. Internist erkannte Fehler. Spital will offene Fragen gemeinsam klären.

Von Hans Kopitz und Alex Erber. Erstellt am 23. März 2015 (13:18)
Karoline Gruberbauer: »Internist Helmut Kandl hat mir geholfen.«
NOEN, Kopitz

Nicht gut zu sprechen auf das Universitätsklinikum St. Pölten ist Karoline Gruberbauer aus St. Andrä. Die 78-Jährige Pensionistin fühlte sich Anfang März gesundheitlich „am Sand“, sie musste sich übergeben und rief die Rettung, die sie in die Notambulanz des Universitätsklinikums brachte. „Dort ließ man mich von 6.15 Uhr bis 14.45 Uhr sitzen, untersuchte mich dann und verschrieb mir dann das Medikament „Sucralan 1 g/5 ml - orale Suspension“.

Medikament für Patientin nicht geeignet

Laut Internet-Recherche wirkt es lokal, direkt an der Speiseröhren-, Magen- und Zwölffingerdarmschleimhaut (als Ulkustherapeutikum). Das Medikament bildet an der Oberfläche der Geschwüre einen Film aus, der die geschädigte Zone vor der aggressiven Wirkung des Magensaftes schützt. Es beschleunigt die Abheilung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren und führt zu einer Besserung der Beschwerden.

Doch Karoline Gruberbauer vertrug das Medikament nicht. Immer, wenn sie es einnahm, bekam sie Brechreiz. Da sie zwei Tage später beim St. Pöltner Internisten Helmut Kandl einen Termin hatte, zeigte sie ihm das Medikament und er sagte, dass das für sie überhaupt nicht geeignet sei. Er verschrieb ihr „Pantip 40 mg - magensaftresistente Tabletten“ und seitdem geht es der Frau gut.

„Das ist einfach unverantwortlich“

„Dass ich so lange warten musste, ist zu ertragen, wenn viel zu tun ist, aber dass mir das verkehrte Medikament verschrieben wird, ist unverantwortlich“, sagt Gruberbauer.

Reaktion des Universitätsklinikums: „Unser Ziel ist die bestmögliche medizinische Versorgung aller uns anvertrauten Patienten. Immer wenn wir dieser Maßgabe in der persönlichen Einschätzung von Patienten und ihren Angehörigen nicht vollständig entsprechen konnten, bitten wir um direkte Kontaktaufnahme mit uns, sodass wir die offenen Fragestellungen gemeinsam klären können“, sagt Thomas Wallner (kaufmännische Direktion, Öffentlichkeitsarbeit).

Denn: „Nur so können wir konkret den exakten Behandlungsverlauf analysieren. Dies unterstützt uns auch dabei, unsere Leistungen stetig zu verbessern. Die Mitarbeiterinnen unserer Ombudsstelle widmen sich gerne dem Anliegen von Karoline Gruberbauer, falls sie dies wünscht.“