Stadt beschloss eine Millionen-Investition. Kaufpreis beträgt 7,6 Millionen Euro. Sollte bis Ende 2015 kein Nachfolger gefunden sein, ist der Vertrag hinfällig.

Von Alex Erber. Erstellt am 01. September 2015 (05:22)
Um 7,6 Millionen Euro wird die Stadt Herzogenburg das Geriatriezentrum kaufen, um es bis Ende 2015 an einen Interessenten wieder zu veräußern
NOEN, Hans Kopitz

Die Stadt wird das Geriatriezentrum in St. Andrä um 7,6 Millionen Euro kaufen.Dieser Beschluss wurde im Rahmen einer Sondersitzung des Gemeinderates einstimmig gefasst. SP-Bürgermeister Franz Zwicker erläuterte zunächst, wie es zu dem Kauf-Vorvertrag gekommen ist.

Nachdem der Eigentümer, der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV), beschlossen hatte, das Geriatriezentrum zuzusperren, gab es zunächst die Hoffnung, dass sich die Stadt Wien und das Land NÖ auf eine Weiterführung am Gesundheitssektor - in welcher Form auch immer - verständigen könnten. Das Aus für diese Überlegungen kam Mitte Juni, als das Land NÖ der Stadt Wien definitiv mitteilte, an diesem Areal kein Interesse zu haben.

Für den KAV gab es daher zwei Optionen für die Zukunft des Geriatriezentrums: Direktverkauf oder öffentliche Ausschreibung.

Die Stadtgemeinde Herzogenburg ergriff daraufhin die Initiative, nachdem sie im Hintergrund seit einiger Zeit Gespräche mit Interessenten geführt hatte. 10,6 Millionen Euro nannte der KAV zunächst als Verkaufssumme. Durch geschickte Verhandlungen gelang es der Stadt, diesen Preis auf 7,6 Millionen Euro zu drücken.

Die Nachfolge muss bis Jahresende geklärt sein

Stadtchef Zwicker erläuterte die drei Bedingungen, unter denen der Kauf zustande kommt: Das Land muss seine Zustimmung geben, dann bedarf es der Zustimmung für die Darlehensaufnahme und schließlich muss bis 31. Dezember 2015 ein Nachfolger gefunden sein: „Sollte das nicht möglich sein, treten wir von diesem Vertrag zurück.“

VP, FP, Grüne und Liste „Blüh“ begrüßten die Vorgangsweise einhellig

Stadtamtsdirektor Kurt Schirmer kündigte indessen an, dass die Stadt ein fairer Verhandlungspartner sein werde: „Wir werden nicht auf 100.000 Euro herumreiten. Wichtig sind die Arbeitsplätze, die Kommunalsteuer wird dann genügend Geld in die Stadtkassa bringen.“

Die Namen der Interessenten sind auch in der Sitzung des Gemeinderates nicht genannt worden. Aus Kreisen des Geriatriezentrums sickerte jedoch durch, dass es aussichtsreiche Verhandlungen mit der Sanlas Holding GmbH geben soll. Diese betreibt die Privatklinik in Hollenburg, die sich sehr erfolgreich auf die psychiatrische Rehabilitation spezialisiert hat.