Herzogenburgerin entwickelt Sicherungssystem für Handys. Junge Herzogenburgerin entwickelte mit ihrem Partner ein Sicherungssystem, das die Mobiltelefone vor Sturz schützt.

Von Hans Kopitz. Erstellt am 18. Juni 2020 (03:52)
Der Jungunternehmer und TU-Student Lukas Watzinger entwickelte das Allzwecktool in seinem Zehn-Quadratmeter-Studentenzimmer. Am Weg vom Prototyp zum Produkt ließ Studentin Julia Schadinger ihr betriebswirtschaftliches Know-How einfließen. Sie konnten die Investoren mit ihrer Geschäftsidee in zwei Minuten überzeugen.
Puls 4/Gerry Frank

Im heurigen Februar startete der Fernsehsender Puls 4 die siebente Staffel seiner Start-Up-Show „2 Minuten, 2 Millionen - die große Chance für Österreichs Jungunternehmer.“ Diese können in zwei Minuten mit einer neuen Geschäftsidee sogenannte „Business Angels“ überzeugen, finanziell bei ihnen einzusteigen. Jeden Dienstag läuft diese Sendung über den Bildschirm – und nun sah man dabei auch eine Herzogenburgerin: Julia Schadinger, die mit ihrem Partner Lukas Watzinger aus St. Pantaleon-Erla (Bezirk Amstetten) das Grazer Jungunternehmen „Reeloq“ betreibt.

Gute Ideen entstehen meist aus einer Problemstellung heraus. Bei „Reeloq“ ist es der Albtraum eines jeden Handybesitzers. Kurz das Handy aus der Hosentasche gezogen und schon passiert es: Das teure Gerät fällt zu Boden und ist kaputt. Um solche finanziellen Fiaskos zu vermeiden hat das Jungunternehmen eine Lösung entwickelt, bei der das teure Smartphone oder die wertvolle Kamera gegen Sturz und Diebstahl gesichert werden können.

75.000 Euro von zwei Investoren

Mit ihrem patentierten Sicherungs-System und den vielen Anwendungsmöglichkeiten überzeugte das Duo die Investoren in jeder Hinsicht. Der Industrielle und ehemalige Politiker Hans-Peter Haselsteiner und Mediashop-Chefin Katharina Schneider legten bereits nach kurzer Zeit ein gemeinsames Angebot ab: ein Investment von 75.000 Euro für 25,1 Prozent der Firmenanteile an der Reeloq-GmbH. Haselsteiner sieht das patentierte System als neuen Standard für Arbeits- und Einsatzbekleidung, denn mit dem durchdachten Sicherungssystem kann die Arbeitssicherheit erhöht werden.

„Unser Firmensitz ist zwar in Graz, wir sind aber beide Niederösterreicher. Vielleicht noch interessant im Nachhinein ist, dass wir innerhalb von zwei Stunden völlig ausverkauft waren“, freut sich Julia Schadinger.

Die 22-Jährige studiert „Internationales Management“ in Graz.

Nebenbei ist sie noch im „Ideentriebwerk Graz“ aktiv, ein ehrenamtlicher Verein, der die Grazer Start-Up-Szene durch Events und Workshops vernetzt: „Dort bin ich im Eventmanagement, Communitymanagement und als Moderatorin tätig“, berichtet die Herzogenburgerin.

Was fasziniert sie so an Start-Ups? „Der Mut und das Durchhaltevermögen der Gründer, da hinter einem Produkt oft jahrelange Arbeit, unzählige Misserfolge und viele kritische Meinungen stehen; aber auch die Bereitschaft ständig dazuzulernen und Feedback gegenüber offen zu sein.“

Julia Schadinger spricht übrigens Chinesisch: „Die Sprache habe ich bereits in der Europa-HAK in St. Pölten erlernt und später an meiner Uni in Graz weitergelernt. Meine Faszination für China hat schon sehr früh begonnen und mein Traum wäre es, irgendwann dort zu arbeiten - wer weiß, vielleicht sogar für Reeloq?“, schmunzelt sie.