Herzogenburger entpuppte sich zur „tickenden Zeitbombe“. 23-Jähriger rastete nach Konsum von Alkohol und Cannabis aus. Seine Lebensgefährtin malträtierte er und verwüstete die Wohnung. Vor Gericht setzte es nun acht Monate Gefängnis.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 14. Mai 2019 (03:11)
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Symbolbild 

„Er drehte völlig durch“, sagt eine Staatsanwältin über einen 23-Jährigen. In der Silvesternacht rastete der Herzogenburger nach Konsum von Alkohol und Cannabis aus, im Prozess am Landesgericht in St. Pölten muss der Mann deswegen vor einem Schöffensenat Rede und Antwort stehen.

„Im Streit mit seiner Lebensgefährtin hat er zuerst Küchengeräte in der Wohnung zerstört, eine Tür eingetreten. In seiner Wut hat er dann einen Fußabtreter angezündet, den in die Wohnung geschmissen. Es kam zu Rauchentwicklung. Seine Lebensgefährtin versuchte zu flüchten. Er hat sie an den Haaren gepackt, in die Wohnung gezerrt, mit der Faust ins Gesicht geschlagen“, so die Anklägerin weiters.

„Der Angeklagte läuft Gefahr, für andere Menschen brandgefährlich zu werden.“ Richter im Prozess über den 23-Jährigen aus Herzogenburg

Der 23-Jährige ist nur teils geständig. „Ich habe den Fußabstreifer angezündet, damit meine Freundin das Haus nicht verlässt. In Brand setzen wollte ich das Haus nicht“, sagt er zum Vorwurf der versuchten Brandstiftung.

Und gibt zu, seiner Lebensgefährtin Ohrfeigen verpasst zu haben. Die junge Frau, sie will die Beziehung zum Angeklagten fortsetzen, möchte vor Gericht nicht aussagen.

Laut psychiatrischer Gutachterin leide der 23-Jährige an einer kombinierten Persönlichkeitsstörung. „Er weist noch keine Merkmale einer hochgradigen Abnormität auf“, zitiert der dem Senat vorsitzende Richter aus der Expertise der Medizinerin.

Drei einschlägige Vorstrafen hat der Angeklagte bereits ausgefasst. Wegen versuchter schwerer Nötigung und Nötigung wird er schuldig gesprochen und zu zwei Jahren teilbedingter Strafe verurteilt. Acht Monate davon muss er im Gefängnis verbüßen. Einer ambulanten Psychotherapie hat er sich nach Vollzug des unbedingten Strafteils zu unterziehen.

„Der Angeklagte läuft Gefahr, in Stresssituationen für andere Menschen brandgefährlich zu werden. Ich halte ihn für eine tickende Zeitbombe, er braucht daher dringend Therapie“, erklärte der Richter. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.