Bestellt, bezahlt, aber bisher nicht geliefert. Es geht um 950 Tonnen Streusplitt. Ortschef Gerhard Wendl: „Wir werden das Geld auf Punkt und Beistrich zurückfordern.“

Von Alex Erber. Erstellt am 08. September 2014 (13:17)
Hermann Dockner wird neu in den Gemeinderat einziehen - diesmal für die Bürgerliste.
NOEN, privat
16 Punkte umfasst die Tagesordnung der Gemeinderatssitzung, die am Dienstag, 9. September, im Saal des Gemeindezentrums über die Bühne geht. Ab 19.30 Uhr wird berichtet und debattiert – vom Grundeinlösungsübereinkommen über die Schweinebesamung bis zum Schülertransport.

Geschichte holte Mandatare ein: Kuriosum um Streusplitt

Nach der Behandlung dieser 16 Punkte werden die Türen versperrt. Im nicht-öffentlichen Teil geht es um Personalangelegenheiten. Und da werden die Mandatare wieder einmal von der jüngeren Geschichte eingeholt. Denn es wird schier Unfassbares ans Licht kommen. Wie ausführlich berichtet, hat sich die Gemeinde von einem leitenden Mitarbeiter getrennt. Für diesen gilt die Unschuldsvermutung.

Jedenfalls steht er im Verdacht, nicht weniger als 950 Tonnen Streusplitt für die Gemeinde bestellt zu haben. In einem „normalen“ Winter verbraucht man in Obritzberg rund 100 Tonnen, in einem harten Winter etwa 350 Tonnen. Aber 950? Mit Vorratshaltung kann diese Bestellung nicht begründet werden. Denn: „Es gibt keine Halle mit einer derartigen Kapazität“, erklärt VP-Bürgermeister Gerhard Wendl.

„Werden Geld auf Punkt und Beistrich zurückfordern“

Jedenfalls wurde der Streusplitt bestellt (bei einem nahen Familienangehörigen des ehemaligen Mitarbeiters). Die Gemeinde hat ihn auch bezahlt. Abgesegnet vom ehemaligen Bürgermeister. Geliefert wurde das Gut freilich nicht. Ortschef Wendl: „Wir werden das Geld auf Punkt und Beistrich zurückfordern.“

Jedenfalls hat die Korruptionsstaatsanwaltschaft viel Arbeit. Die Erhebungen werden nach wie vor geführt. Dauert das Ganze nicht schon ein bisschen lange? „Man muss sich vor Augen halten, dass die Beamten mehr als 200.000 Mails zu bearbeiten haben. Die Durchforstung dieses Dschungels dauert seine Zeit“, so Wendl.

Bei der oppositionellen Bürgerliste „Wir“ gibt es übrigens ein neues Gesicht, das gar nicht so neu ist: Gemeinderat Josef Müllner, lange Zeit Vorsitzender des Prüfungsausschusses, hat sein Mandat zur Verfügung gestellt. Als neuer Gemeinderat wird Hermann Dockner aus Landhausen angelobt. Er war schon einmal in diesem Gremium vertreten - seinerzeit noch als Mandatar der VP.