Attacke auf Lilienfelder: Haft & Entzug für Herzogenburger (15)

Erstellt am 12. Mai 2022 | 04:22
Lesezeit: 2 Min
Bahnhof St. Pölten
Schauplatz der Attacke: Der St. Pöltner Hauptbahnhof
Foto: NOEN, NÖN
Jugendlicher trat einem 16-Jährigen aus dem Bezirk Lilienfeld am Hauptbahnhof St. Pölten ins Gesicht. Dafür muss der Herzogenburger ins Gefängnis.
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Erst drei Wochen war der 15-jährige Österreicher aus dem Gefängnis entlassen, als er die nächste Straftat beging: Anfang Februar traf er am Abend gemeinsam mit Freunden im Bereich des St. Pöltner Hauptbahnhofs auf eine andere Gruppe Jugendlicher. Kurz darauf ging er auf sein Opfer zu, schlug ihn einmal und trat ihm dann ins Gesicht. Der Vorfall wurde durch die Überwachungskameras in der Bahnhofshalle aufgezeichnet.

Grund für die Tat war Einfluss von Alkohol und Drogen. Der Angeklagte gab an, eine halbe Flasche Wodka und Cannabis konsumiert zu haben. „Er hat mich provoziert und dann habe ich einfach Rot gesehen“, meint der 15-Jährige.

Das Opfer, ein 16-Jähriger aus dem Bezirk Lilienfeld, erlitt eine Kieferprellung. Gekannt hätte er seinen Angreifer nicht, auch könnte er sich nicht erinnern, die Attacke provoziert zu haben.

Drogen mit 13, Alkohol mit 14

Die Geschichte des Angeklagten klingt tragisch. Er gibt an, mit 13 zum ersten Mal Drogen konsumiert zu haben, mit 14 zum ersten Mal Alkohol. Zusätzlich zu einer 17-monatigen Vorstrafe, Bewährungshilfe und einem Gefängnisaufenthalt wurde ihm bei seinem jüngsten Vergehen auch Therapie vorgeschrieben, die er aber nie wahrnahm.

Nach seiner Enthaftung im Jänner besuchte er nur einen Tag die Schule. „Die Therapie hat mich belastet, ich wollte einfach zu meinen Eltern nach Hause“, so der 15-Jährige.

Für die Attacke bekam der Herzogenburger 15 Monate teilbedingt, fünf Monate davon muss er sofort absitzen. Auf Empfehlung des Richters soll er danach in stationäre Therapie. Das ist auch der Plan des Angeklagten, er will nach der Haft Therapie und Schule beenden. „Ich hoffe, dass ich mich bessern kann. Ich weiß, dass Sie mir nicht glauben, aber ich will“, so der Jugendliche. Das Urteil ist rechtskräftig.

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