Region Herzogenburg: Menschen horten Holz

Erstellt am 02. August 2022 | 20:03
Lesezeit: 3 Min
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In Markersdorf-Haindorf bewirtschaftet Felix Montecuccoli seinen Wald. Die Menschen würden sich mit Holz eindecken, meint er.
Foto: Montecuccoli
Hohe Nachfrage sorgt für Preissteigerungen und Versorgungsengpässe. Holz aus der Region sei gute Wahl.
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Besitzer von Holzheizungen haben sich zu Beginn der Spannungen rund um die russischen Gaslieferungen wohl noch in Sicherheit gewogen. Doch das ist jetzt vorbei: Es häufen sich die Beschwerden wegen Lieferproblemen und Teuerungen beim Holz.

Felix Montecuccoli vom Forstbetrieb Mitterau meint dazu: Mittelfristig gesehen gebe es zwar genug Holz, aber heuer komme es durch den enormen Anstieg der Nachfrage zu Versorgungsengpässen. „Die Menschen horten ihr Heizmaterial und besorgen sich teilweise die dreifache Menge von ihrem normalen Verbrauch.“

„Es gibt nicht wirklich eine Alternative zum Buchenbrennholz.“

Ludovico Tacoli von der Guts- und Forstverwaltung Fridau hat eine ähnliche Wahrnehmung. Der Gutsherr meint außerdem, dass zuletzt viele Öfen verkauft worden seien und Gasheizer nun auf Holz ausweichen würden. Deshalb sei es überall ausverkauft.

„Es gibt auch nicht wirklich eine Alternative zum Buchenbrennholz. Viele Menschen greifen auf Briketts zurück. Leider nehmen einige auch feuchtes Holz, aber das ist nicht geeignet“, erklärt Tacoli.

Montecuccoli verweist außerdem auf den langen Produktionszeitraum von Holz, da es ein Jahr im Vorhinein geerntet werden muss. Gerade wer einen Scheitholzofen hat, müsse sich der langen Vorlaufszeit bewusst sein.

Wer bereit ist, etwas anderes als Buchenscheite zu nehmen, dürfte in nächster Zeit allerdings kein Problem haben. Tacoli sieht eine starke Nachfrage von Buchenbrennholz: „Die Buche ist bei der Verbrennung schöner und sie hat mehr Energie gespeichert.“

Unsicherheit treibt Preise in die Höhe

Auch Harald Hummer vom Raiffeisen-Lagerhaus gibt Auskunft: Es herrscht eine sehr hohe Nachfrage aufgrund der derzeitigen Unsicherheit. Das Risiko bestehe, dass die Preise noch steigen. Er gibt den Rat, Holz-Pellets jetzt zu bestellen, auch wenn diese deutlich teurer als im Vorjahr sind. Die Preisentwicklung in den nächsten Jahren ist unklar. „Wir werden unsere Kunden beliefern können, Wartezeiten sind jedoch einzuplanen.“

Die Anfragen an die Arbeiterkammer wegen der Preissteigerungen häufen sich generell, jetzt rückt immer mehr das Thema Heizen in den Fokus. St. Pöltens Bezirksstellenleiter Andreas Windl verweist auch auf die Mehrfachbelastung durch Kurzarbeit oder sogar Arbeitslosigkeit. Bei den derzeitigen Preisen beim Holz werden oft externe Faktoren wie Energiekosten oder Lieferschwierigkeiten den Verbrauchern als Begründung genannt.

Derweil könne Brennholz, das vor Jahren gefällt wurde, nicht wegen der gestiegenen Energiekosten teurer werden, sagt Windl. „Es liegt daher die Vermutung sehr nahe, dass auf dem Rücken der Verbraucher ein gutes Körberlgeld gemacht wird“, spricht der Bezirksstellenleiter Klartext.

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