Region St. Pölten ist für Blackout gerüstet

Mit Peter Puchner macht ein eigener Beauftragter die Landeshauptstadt fit für Krisenszenario.

Erstellt am 03. November 2021 | 04:31
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Gemeinderätin Natascha Müllner aus Inzersdorf-Getzersdorf hat sich einen Notfallsvorrat in der Speisekammer angelegt.
Foto: Müllner

Kein Handy, keine Herdplatte und kein Wasser. Das geschieht, wenn der Strom einmal länger ausbleibt. Die NÖN fragte nach, wie gut die Region im Falle eines Blackouts gerüstet ist.

Seit Jahren macht Peter Puchner St. Pölten fit für einen Blackout. Der wird bei den städtischen Betrieben praktisch immer mitgedacht. Zuletzt wurden Notstromaggregate modernisiert und das Tankvolumen von Diesel auf 100.000 Liter aufgestockt. Nationalratsabgeordneter Robert Laimer nennt daher St. Pölten stets als Vorzeigegemeinde.

Wir werden in so einem Szenario mit vielen Ängsten, Unsicherheiten und auch vermehrten Notfällen rechnen müssen. Anita Zinner Obfrau des ASBÖ St. Pölten

Bei einem Stromausfall wird das Trinkwasser rasch knapp. St. Pölten hat hier mit Hochbehältern vorgesorgt. „Das natürliche Gefälle lässt das Wasser in die Haushalte fließen. Außer bei Hochhäusern, da wird es schwer“, erklärt Puchner. Ausfallen wird auch die Kommunikation. Hier baut die Landeshauptstadt auf Amateurfunker, wie Rudi Fuchs, der in Pyhra seine eigene Anlage betreibt. „Wir können unabhängig von Strom kommunizieren“, erklärt er.

Sollte es zum Blackout kommen, werden 13 Selbsthilfebasen mit Funk bespielt. Von dort aus wird die Information an die Öffentlichkeit und getragen.

Gefragt sind bei einem Blackout auch die Blaulichtorganisationen und das Bundesheer. „Wir werden in so einem Szenario mit vielen Ängsten, Unsicherheiten und auch vermehrten Notfällen rechnen müssen“, erklärt ASBÖ-Obfrau Anita Zinner.

Darauf würde man sich vorbereiten. Bis Frühjahr 2022 wird auch ein Vorsorgeplan umgesetzt. Ähnlich läuft das beim Roten Kreuz. „Wir sind mit diversen Krisenplänen auf unterschiedliche Szenarien vorbereitet, diese werden laufend aktualisiert und geübt“, so RK-Sprecher Simon Wohlfarter.

Bundesheer versorgt und achtet auf Sicherheit

Eine Art Basis und Einsatzzentrale für die Blaulicht-Organisationen und den Krisenstab würde die Hesser-Kaserne bieten. „Die Mannschaften könnten sich bei uns von den Einsätzen erholen, sich stärken, ausruhen“, erklärt NÖ-Militärkommandant Martin Jawurek. Sollte der Blackout länger andauern, würde das Bundesheer auch sicherheitspolizeiliche Einsätze durchführen.

Und wie sieht es in den Landgemeinden aus? In Inzersdorf-Getzersdorf beispielsweise hat die Gemeinde vor einigen Jahren Zählerkasten in den wichtigsten Gebäuden notstromaggregattauglich gemacht. Somit sind Volksschule, Kindergarten, Mehrzweckhalle sowie Gemeindegebäude gesichert.

„Außerdem können wir die Wasserversorgung im Notfall innerhalb von 30 Minuten sicherstellen, und zwar durch ein mobiles Aggregat auf dem Gemeindetraktor. Die Feuerwehr in Getzersdorf verfügt ebenfalls über eines und in der neuen Halle der Feuerwehr Inzersdorf wird bald eines eingebaut. Wir sind auf jeden Fall gerüstet für den Fall der Fälle.“, sagt Vizebürgermeister Karl Ernd, er ist Vorsitzender des Ausschusses für Zivilschutz.

Gemeinderätin Natascha Müllner hat einen Notfallsvorrat bei sich in der Speisekammer angelegt: „Vor vier Jahren hatten wir eine Schulung im Rahmen des Ausschusses, bei der wir gelernt haben, was man alles zu Hause haben sollte, falls ein Blackout passiert. Seitdem habe ich immer einige Konserven mit Essen, Wasser und einen Gaskocher zu Hause.“, erklärt sie.

Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung schlug sie vor, Schulungen der Bevölkerung zu veranstalten: „Es ist wichtig, dass wir auch die Bürger informieren und ihnen helfen, für den Ernstfall vorbereitet zu sein.“

Krisenfest müssen natürlich auch Alters- und Pflegeheime sein. Walter Freinberger ist Direktor des Pflege- und Betreuungszentrums am Herzogenburger Schillerring: „Wir sind gerade am Überlegen, was wir alles bei einem längeren Blackout benötigen würden – und wir haben natürlich auch einen Vertrag mit einer Notstromaggregaten-Firma. Auch mit Batterien und den anderen Materialien, die wir täglich brauchen, sind wir ausgestattet.“

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