Aufregung um ausgesetzte Hühner. Hennen wurden in Au ausgesetzt. Veterinärin rettete sie in allerletzter Minute.

Von Hans Kopitz. Erstellt am 06. August 2019 (04:06)
privat
Tierärztin Daniela Oppitz mit den beiden Hühnern: Die Verklumpungen an den Zehen sind dabei deutlich sichtbar.

„Immer wieder wird Geflügel in der Traisenau zwischen Einöd und Getzersdorf ausgesetzt. Schon im Vorjahr fingen wir dort gemeinsam mit einem Bekannten, der ebenfalls Geflügel hält, vier ausgesetzte Hühner, die er dann schließlich bei sich aufnahm“, berichtet Irene Bernhard, die in Einöd zu Hause ist.

Vor einigen Monaten fiel einem Veterinärstudenten eine ausgesetzte Laufentenmutter mit ihren Jungen im gleichen Bereich der Au auf. Er vermittelte die Enten dann über das Kremser Tierheim.

„Immer wieder wird Geflügel in der Traisenau zwischen Einöd und Getzersdorf ausgesetzt"

Vor wenigen Tagen bekam die Familie Bernhard einen Anruf, ob sie Hühner vermisse, da in dem besagten Abschnitt der Au wieder zwei davon gesichtet wurden. Sie machte sich mit den Fahrrädern sofort auf den Weg dorthin und fand tatsächlich die Beiden. Die Hennen, die nicht der Familie gehören, befanden sich in einem erbärmlichen Zustand. Sofort wurde die die St. Andräer Tierärztin Daniela Oppitz verständigt. Die Rettung erfolgte in allerletzter Sekunde.

Zunächst befreite die Ärztin die Tiere von den steinharten Kotverklumpungen an den Zehen. Durch diese Verklumpungen konnten sie kaum mehr laufen und waren daher auch einfach zu fangen. Sie waren auch schon extrem ausgetrocknet und stürzten sich über das bereitgestellte Wasser her.

„Es ist nicht zu verstehen, warum diese Hennen einfach in der Au ausgesetzt werden, nach dem sie wahrscheinlich nicht mehr die gewünschte Eieranzahl liefern. Man könnte sie über den Verein ,Rettet das Huhn‘ vermitteln, der übernimmt ausgediente Legehennen – auch aus Massentierhaltungen – und vermittelt sie an tierliebe Menschen, die ihnen ein artgerechtes Hühnerleben schenken möchten.

Oder man könnte auch andere Hühnerhalter fragen, ob man sie aufnehmen kann. Aber sie auszusetzen, nachdem sie ein Jahr den Halter mit Eiern versorgt haben, ist schon brutal. Eine Wildkamera in diesem Bereich wäre sehr angebracht“, so Irene Bernhard.

„Es ist nicht zu verstehen, warum diese Hennen einfach in der Au ausgesetzt werden"

Auch auf dem Stiftsparkplatz wurden vor einigen Wochen Hühner gesichtet. Ein Hundebesitzer, der dort jeden Tag in der Früh mit seinem Vierbeiner spazieren geht, sah sie und dachte, sie seien der Familie Merkl entkommen, die in der Nähe wohnt. Kleinkraftwerkbetreiber Kurt Merkl reagierte sofort auf den Anruf des Spaziergängers und fing die Hühner – die nicht ihm gehörten – ein.