Weg frei für Lückenschluss in Traismauer. Gemeinderat hat einstimmig für den Kostenschlüssel votiert. Der Traismaurer Anteil am vorläufigen Gesamtaufwand beläuft sich auf exakt 546.420 Euro.

Von Günther Schwab. Erstellt am 05. Juli 2019 (03:50)
Archiv/Günther Schwab
Seit rund 15 Jahren beschäftigt die Verbesserung des Traisenhochwasserschutzes die Stadtgemeinde Traismauer. Das Bild stammt aus dem Jahr 2014, damals ist die Traisen im Bereich des Dienstleistungszentrums (DLZ) ausgeufert und hat Teile von Traismauer-Rittersfeld bedroht. Der Bahndamm hat Gröberes verhindert.

Seit rund 15 Jahren wird am Traisen-Hochwasserschutz in den Gemeinden Traismauer und Nussdorf gearbeitet. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung stand der letzte noch zu realisierende Abschnitt auf der Tagesordnung. Dabei ging es um den Kostenschlüssel, den die Mandatare einstimmig absegneten.

Aufgrund der Erkenntnisse des Hochwassers im August 2002 wurde damals mit den konkreten Planungsüberlegungen begonnen. Im Jahr 2005 erfolgten die Grundsatzbeschlüsse zur Umsetzung der Hochwasserschutz-Maßnahmen und des Radweges. Mit dem Hochwasserschutz wurde auch der Traisentalradweg schrittweise ausgebaut.

Mittlerweile ist ein Großteil der Bauarbeiten (rund 80 Prozent im Bereich des Gemeindegebietes von Traismauer) abgeschlossen.

Die letzten Hochwasserschutz-Bauarbeiten wurden im Jahr 2017 durchgeführt.

Dabei ist eine Schutzmauer in der Höhe der Kleingartenanlage „Untere Traisenlände“ errichtet worden, womit die Arbeiten am rechten Traisenufer abgeschlossen wurden.

Traisen ist schon öfters über das Ufer getreten

Jetzt fehlt nur noch der Lückenschluss zwischen dem Oberndorfer Steg und der Traisenbrücke über die Bundesstraße 43 am linken Traisenufer. Das ist jener Teil, wo die Traisen schon mehrmals in Richtung Rittersfeld-Neutraismauer ausgeufert ist und somit auch Siedlungsgebiet vom Hochwasser betroffen war.

„Gemeinsam mit der Marktgemeinde Nussdorf und der Bundeswasserbauverwaltung der Republik Österreich, vertreten durch das Amt der NÖ Landesregierung, wird das Hochwasserschutzprojekt Traismauer/Nussdorf gemäß den vier vorliegenden Lageplänen umgesetzt“, erläuterte SP-Bürgermeister Herbert Pfeffer im Zuge der Sitzung des Gemeinderates.

Weiters: „Aufbauend auf dieses Projekt liegt eine Massenermittlung und Kostenschätzung des Ingenieurbüros Lang aus dem Jahr 2014 vor. Die Gesamtkosten des Projektes, valorisiert auf das Jahr 2019, werden seitens der Bundeswasserbauverwaltung mit 4,1 Millionen Euro beziffert.“

Die ÖBB-Infrastruktur AG wird zu diesem Projekt einen einmaligen Sonderbeitrag in Höhe von 100.000 Euro leisten. Dieser Sonderbeitrag vermindert die Gesamtbemessungsgrundlage dieses Projektes.

Löwenanteil trägt Bund, Beschluss fehlt noch

Die Finanzierung soll durch den Bund (80 Prozent), den Traisenwasserverband (2,5 Prozent) und die Gemeinden Traismauer und Nussdorf (17,5 Prozent) erfolgen. Die Stadtgemeinde Traismauer hat davon 78,06 Prozent und die Marktgemeinde Nussdorf 21,94 Prozent beizusteuern. „Das ergibt für Traismauer bei den vorläufig geschätzten Kosten von 4,1 Millionen Euro einen vorläufigen Anteil von 546.420 Euro“, erklärte Herbert Pfeffer.

Die Hochwasserschutzmaßnahmen erfolgen parallel zur ÖBB-Trasse durch eine Weganhebung. Der zu errichtende Damm wird gegenüber der ÖBB-Trasse normal abfallend und gegenüber den östlich angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen im Verhältnis 1:10 ausgeführt. Das sogenannte „Zwischenstromland“ (zwischen Traisen und dem Entlastungsgerinne) wird um rund eineinhalb Meter abgesenkt. Die notwendigen Rodungsmaßnahmen könnten noch heuer im Herbst/Winter erfolgen, falls es bei der Fördervergabe-Herbstsitzung (Bund) zu einem Beschluss bezüglich der Umsetzung des letzten Teilstücks des TraisenHochwasserschutzes kommt.

Eigentlich hätte bei Einhaltung des ursprünglichen Bauzeitplanes Ende 2018 der gesamte Hochwasserschutz betreffend Traismauer fertiggestellt sein sollen, aber dem ist aufgrund der bislang fehlenden finanziellen Mittel nicht so.